Ruth Aspöck: Kurzbericht zum Aufenthalt in Paliano, Juli 2010

Das 2009 mit einer Donaureise an das Schwarze Meer begonnene Projekt »Grillparzers Reisen« konnte ich Ende Juni bis Ende Juli 2010 fortsetzen, das verdanke ich der Österreichischen Gesellschaft für Literatur und dem BM für Unterricht, Kunst und Kultur. Erstere stellte die ›Casa Litterarum‹ in Paliano zur Verfügung, letztere ein Reisestipendium, das mir das Planen erleichterte.

Die ›Casa Litterarum‹ liegt südlich von Rom und ist mit Regionalbahn und Bus erreichbar. Die Ruhe und Abgeschiedenheit ist dem Schreiben sehr förderlich und ein guter Gegensatz zu den Metropolen Neapel und Rom. Beide Städte besuchte ich, den Spuren Franz Grillparzers im Jahre 1819 folgend.
Die Auseinandersetzung mit der italienischen Geschichte, Kultur und Lebensweise ist notwendige Voraussetzung für die literarischen Ergebnisse, die dieser Reise folgen werden.

Rom und Neapel sind für ›Vergleichungen‹, wie Grillparzer es nennt, sehr geeignet und das Landleben hier, von Zikaden und Vogellauten unterhalten, lässt mich besser verstehen, was Grillparzer von den Kutschenfahrten durch das Königreich Sizilien und den Kirchenstaat schreibt. Einem seiner Übernachtungspunkte bin ich nicht nur auf der Landkarte nachgefahren, nämlich Gaeta.

Die Italiener und Italienerinnen sind mir freundlich und respektvoll entgegengekommen und haben ein sicheres Gefühl für notwendige Distanz und Umgangsformen.
In der ›Casa Litterarum‹ war alles erfreulich gut vorbereitet und organisiert, der Gutsverwalter Herr Romani eine sichere Stütze, Raffaela Dieni als sehr gut Deutsch sprechende Nachbarin eine muntere Informantin zu ›Was ist los in Paliano?‹

Mein Projekt »Grillparzers Reisen« ist mit dieser Reise in den italienischen Süden noch lange nicht zu Ende, aber ein großer Brocken wurde damit bewegt.

Wien, 1. 8. 2010

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