Paliano 2014

»Auch hier die Tiere für Klara. So dunkel die Pinien und Dörfer, so hell die Wiesen rundum und die Felder. Schmetterlinge licht wie die Sommersonne, blauflügelige Schrecken, die, von den Tritten aus ihrer graubraun marmorierten Ruhe aufgeschreckt, aufflogen, ganze Schwärme, die den kargen Boden in ein azurblaues Meer verwandelten, metallisch, feenhaft. Gute Wünsche zuhauf. An der warmen Hauswand entlang schmale Streifen, die Eidechsen, so scheu wie Klara, und vor ihr davoneilten, über die Steine um ihr Leben flitzten. Als ob sie die Blicke spürten, schau mich nicht an, rühr mich nicht an. In den Ecken und Ritzen des Hauses vielbeinige Spinnen, unauffällig, sie lebten mit uns, ihre Netze ein feines Gespinst.

Antonella erzählte uns von der Bache, die am Straßenrand lag, überfahren, die Frischlinge daneben, und wie sie versuchte, ein Loch zu buddeln, um sich für's Sterben zu verkriechen. Die Jungen umkreisten sie verständnislos, in Panik. Und wie der Jäger dann kam und sie alle erlegte. Die Schüsse am Abend, wenn die Sonne unterging. Die Vogelschwärme, die aufschreckten. Des Nachts das verzweifelte, laute Gekreisch eines Vogels in den Pinien, von dem wir nicht wussten, welcher es war. Die Schwärme von Fledermäusen, die unsere Köpfe umkreisten, wenn wir erschöpft und mit sonnengespannter Haut zu Abend aßen.«

zurück