August 2014


Die Zeit zum Stillstand bringen, in Augenblicken, anderen Strukturen, in Augenblicken, die andere Strukturen formen. Jetzt diese Bäume, das Licht des frühen Abends in den Blättern, die an den Rändern weiße, im Inneren blaugraue Wolke, die teils vom Transformatorenhäuschen, teils von der Böschung verdeckt wird. Ich sitze hinter dem Haus, die Füße auf der Mauer vor der Böschung. Der Wind, die Zikaden. Wenn ich den Blick wende, sehe ich im Osten Paliano auf seiner Bergkuppe, fast jeden Abend steige ich auf die Mauer und gehe dann den Hügel hinter der Casa Litterarum hoch, dort, zwischen einigen Bäumen, sind Liegestühle aufgestellt, man hat den besten Blick auf Paliano, das, so wie viele andere Städte in der Umgebung, wie um gemalt zu werden (in Wahrheit natürlich als Schutz vor kriegerischen Angriffen in früheren Jahrhunderten) auf die Kuppe eines Berges gesetzt ist. Das Licht wechselt von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde, von Minute zu Minute; die Wirklichkeit ist eine Serie von Bildern. Es kann kein Zufall sein, denke ich (aber welchen Gesetzen folgt es?), dass über dem Stadthügel von Paliano ein höherer Berg mit seinen Linien direkt auf die Linien des Stadthügels antwortet; die Wolken fügen eine weitere Schicht hinzu. Wäre ich ein Maler, dürfte ich das malen? Wieviel vom Wirklichen – der Stadt, der Erde, dem Material – müsste ich streichen, um die Form hervortreten zu lassen? Darf ich das schreiben, wovon sonst sollte ich schreiben? Ich drehe mich um, am Horizont im Westen ist der Himmel jetzt fast weiß.

zurück