Programm März / April 2012

LYRIK 2012

VOM UMGANG MIT TRADITIONEN

Über den zeitgemäßen poetischen Umgang mit klassischen Formen, ob lateinischer, orientalischer oder japanischer Herkunft, und mit jahrhundertealten, oft zu Klischees verkommenen Themengebieten wie Landschaft, Liebe oder Reisen. Außerdem geht es um das Silbenzählen, um Hafis, Rumi und Rubais, um Poesie und Punk, Catull und die Toten Hosen.

Christoph W. Bauer liest aus »mein lieben mein hassen mein mittendrin du« und aus »getaktet in herzstärkender fremde« (beide Haymon Verlag).

Rudolf Kraus liest aus »mein haiku schmeckt gut« sowie persische Nachdichtungen aus »Neun Gärten der Liebe. Zeitgenössische persische Liebesgedichte« (Hrsg. von Mehrzad Hamzelo, Rudolf Kraus und Gorji Marzban; deutsche Nachdichtung von Rudolf Kraus; beide Edition Roesner).

Moderation und Gespräch: Manfred Müller
Im Anschluss Erfrischungen

LYRIK 2012

TAG DER LYRIK

Monika Vasik: »nah.auf.stellung« (Verlagshaus Hernals)

Udo Kawasser: »vom augenrand« (verlag wort&kunst)
gemeinsam mit Karin Ferrari, die ihre Bilder präsentiert.

Gregor M. Lepka: »An der Zeit vorbei« (Mitter Verlag)

Es lesen die Autoren sowie Mitglieder des ›Studio der Erfahrungen‹, geleitet von Elfriede Ott.
Die Texte wurden erarbeitet mit Sabine Staudacher.

Moderation: Marianne Gruber
Im Anschluss Erfrischungen

LYRIK 2012

DAS GEDICHT – EIN SPRACHGARTEN

Semier Insayif liest aus »boden los« (Haymon Verlag).

»Der Garten: irdisches und himmlisches Paradies, Erholungsraum und Schlachtfeld, Sinnbild der menschlichen Seele und der Erotik, realer Ort und Sehnsuchtsort – die symbolischen Bedeutungen des Gartens in Orient und Okzident sind vielfältig. In seinen Gedichten zeichnet Insayif den Garten als poetisches Kraftfeld und als verbindendes und trennendes Element der Kulturen.« (Verlag)

Moderation und Gespräch: Manfred Müller
Im Anschluss Erfrischungen

LEKTÜREN

DORON RABINOVICI – LEO PERUTZ

Doron Rabinovici liest aus und spricht über zwei seiner Lieblingsbücher, »St. Petri-Schnee« (1933) und »Zwischen neun und neun« (1918), zwei Romane von Leo Perutz, dem, wie es Friedrich Torberg nannte, Ergebnis eines literarischen »Fehltritts von Franz Kafka mit Agatha Christie«.

»Lieber Herr Perutz! Ihr Buch ... ist in seiner Art das fabelhafteste, das ich gesehen habe, ich bin überzeugt, wären sie englischer oder amerikanischer Autor, so würde ihr Werk in 100 000 Exemplaren von London bis zum Sudan gelesen werden.« (Ernst Weiß über »Zwischen neun und neun«)

Moderation und Gespräch: Manfred Müller

REISEN WIR

UNGARN

Cornelius Hell liest aus und spricht zu »Lesereise Budapest: Der frivole Charme der Brückenstadt« (Picus).

Zahllose positive Klischees, vom Gulyas über die Puszta- landschaft bis hin zum Csárdás, weisen die Ungarn als Österreichs Lieblingsnachbarn aus. Das Aufkommen des Rechtsradikalismus, umstrittene Gesetze und eine neue Verfassung haben dieses Bild in den letzten Monaten verändert.
Ein Abend über ein Land und seine Hauptstadt – mit allen Schönheiten, Vorurteilen, Problemen und Widersprüchen.

Moderation und Gespräch: Manfred Müller
Im Anschluss Erfrischungen

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Lukas Meschik liest aus »Luzidin oder Die Stille« (Jung und Jung Verlag).
Dieses Buch »handelt vom leuchtenden Kosmos und von einem abgehalfterten Gott, von Träumen und Alpträumen, und einer seltsamen Droge namens Luzidin ... ›Luzidin oder Die Stille‹ ist eine lebenspralle Fabel, ein Versuch über das Universum und dabei ein weiter literarischer Kosmos für sich.« (Verlag)

Carolina Schutti liest aus »einmal muss ich über weiches Gras gelaufen sein« (Otto Müller Verlag).
»Ein schattiges Dorf und eine Tante, die nicht über die Vergangenheit spricht: In diese Welt wird Maja von einem Tag auf den anderen geworfen.« (Verlag) – Ein Buch über das Heranwachsen, die Sprachlosigkeit und die Suche nach einer verlorenen Heimat.

Moderation: Manfred Müller

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Julian Schutting stellt sein jüngstes Buch »Theatralisches« (Otto Müller Verlag) vor und liest gemeinsam mit Claudia Girardi (als Dido) eine Theaterszene daraus sowie noch Unveröffentlichtes.
Einführung: Marianne Gruber

Marianne Gruber liest aus einem ›work in progress‹.
Einführung: Julian Schutting

SYMPOSION

ELAZAR BENYOËTZ ZUM 75. GEBURTSTAG
›SCHREIBE ICH DEUTSCH, TRÖSTE ICH DIE FALSCHEN‹

15:30 Uhr
Veranstaltungsort: Österreichische Gesellschaft für Literatur
1010 Wien, Herrengasse 5

Werner Helmich (Graz)
Wahrheitsarbeit – Ein Tauchgang in die Poetik von Elazar Benyoëtz

Gerhard Langer (Wien)
Das Werk von Elazar Benyoëtz im Licht von Midrasch und Talmud

Claudia Welz (Kopenhagen)
Gebet, Theologie und die Stimme der Stille – Zu Elazar Benyoëtz‘ Sandkronen

Josef Wohlmuth (Bonn/Erfurt)
Rede und Gesang – Elazar Benyoëtz als poetischer Interpret der Tora

In Anwesenheit und unter Mitwirkung von Elazar Benyoëtz

Moderation: Marianne Gruber
Im Anschluss Buffet


19:00 Uhr
Veranstaltungsort: Nationalbibliothek, Oratorium
1010 Wien, Josefsplatz 1

ARCHIVGESPRÄCH
der Österreichischen Nationalbibliothek und der Tageszeitung ›Der Standard‹.
 
Begrüßung: Johanna Rachinger (Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek)

Einleitende Worte: Bernhard Fetz (Direktor Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek)

Lesung: Elazar Benyoëtz

Daniela Strigl im Gespräch mit Franz Josef Czernin, Werner Helmich und Claudia Welz
Klavier: Paul Gulda

Im Anschluss Wein und Gebäck.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Literaturarchiv
der Österreichischen Nationalbibliothek

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Bettina Balàka liest aus »Kassiopeia« (Haymon Verlag).

»In ihrem neuen Roman inszeniert Bettina Balàka die Tragikomödie zwischenmenschlicher Beziehungen – doppelbödig, überraschend und mit einer gehörigen Portion Witz erzählt.« (Verlag)

Moderation: Marianne Gruber

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Karin Ivancsics liest aus ihrem neuen Roman »Restplatzbörse« (Bibliothek der Provinz).
In wechselnden Szenen erzählt Karin Ivancsics von den verschiedenen Charakteren in einer Reisegesellschaft auf dem Heimweg vom Tauchurlaub. Aus pointierten Portraits und präzisen Schilderungen entsteht ein »äußerst lebendiger Ausschnitt unserer gegenwärtigen Gesellschaft«. (Verlag)

Mieze Medusa liest aus ihrem zweiten Roman »Mia Messer« (Milena Verlag).
Die Kunstdiebin Mia Messer, spezialisiert auf die Gemälde feministischer Künstlerinnen, wird meistens übersehen (ein großer Vorteil in ihrem Gewerbe!) und hat als talentiertester Spross einer alteingesessenen Wiener Ganovenfamilie viel vor... »Mia Messer ist spannend und unterhaltsam wie Ocean’s Eleven, nur in kleinerer Besetzung. « (Verlag)

Moderation: Manfred Müller

ZEITSCHRIFTEN

›REIBEISEN. DAS KULTURMAGAZIN‹ – HEFT 29

Heftvorstellung: Josef Graßmugg

Es lesen u.a. Christine Teichmann, Shelagh Krainer und Matthias Mander.

Moderation: Marianne Gruber
Im Anschluss Erfrischungen

AUTORINNEN.LEXIKON

HERTHA KRÄFTNER

Dine Petrik liest aus »Hertha Kräftner. Die verfehlte Wirklichkeit« (edition art science).

Danach spricht die Autorin mit Daniela Strigl (Autorin des Vorworts) über Hertha Kräftner und Verwicklungen zwischen Gerüchten, Biografie, Werk und Mythos.

»Inzwischen hat Hertha Kräftner zwar ihren Platz in den Literaturgeschichten erobert, ihr Name gehört aber nach wie vor nicht zum literarischen Kanon des Landes. Sie ist eine Ikone der mehr oder weniger Eingeweihten geblieben.« (Daniela Strigl)

Moderation: Manfred Müller

LITERATUR.GESCHICHTE

ZU ARTHUR SCHNITZLERS 150. GEBURTSTAG

Michael Rohrwasser und Stephan Kurz:
»›A. ist manchmal wie ein kleines Kind‹ – Clara Katharina Pollaczek und Arthur Schnitzler gehen ins Kino« (Böhlau Verlag).

Lesung: Clara Katharina Pollaczek und Arthur Schnitzler, gelesen von Nicola Kirsch (Schauspielhaus) und Roland Koch (Burgtheater).

Lesung und Präsentation gelten der späten und schwierigen, aber kultur- und mediengeschichtlich ungemein aufschlussreichen Beziehung Schnitzlers zur Schriftstellerin Clara Pollaczek (1875-1951).

Moderation: Konstanze Fliedl
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der
Arthur Schnitzler-Gesellschaft
Im Anschluss Erfrischungen