Programm Jänner / Februar 2015

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Brigitte Schwens-Harrant: »Ankommen: Gespräche mit Dimitré Dinev, Anna Kim, Radek Knapp, Julya Rabinowich und Michael Stavaric« (Styria)

Anna Kim und Radek Knapp, die beide das Weggehen und Ankommen erlebt haben und nicht in ihrer Muttersprache schreiben, sprechen mit Brigitte Schwens-Harrant über Sprache, Fremde und Heimat, Integration und Assimilation – und über Spuren, die dies in ihren Texten hinterlässt.

Moderation, Gesprächsleitung: Manfred Müller

LITERATUR.GESCHICHTE

Wendelin Schmidt-Dengler: »›Das Unsagbare bleibt auch ungesagt‹ Über Ilse Aichinger, Umberto Eco, Herta Müller u.a.« (Klever)

Eine Auswahl aus den Preisreden und Würdigungen Wendelin Schmidt-Denglers – Helmut Neundlinger, der Herausgeber des Bandes, und Daniela Strigl, die das Vorwort beigesteuert hat, lesen drei der Reden und sprechen über die Charakteristika der Laudationes.

Moderation: Manfred Müller

SYMPOSION

»...DURCH UND DURCH GENIE«
Zum 200. Geburtstag von Betty Paoli

Betty Paoli, eine der bedeutendsten Lyrikerinnen der österreichischen Literatur des 19. Jahrhunderts, von Grillparzer und Stifter hoch geschätzt, war eine für damalige Zeiten sehr emanzipierte Frau: Unverheiratet verdiente sie ihren Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Feuilletons und mit Übersetzungen französischer Salonstücke für das Burgtheater, reiste allein nach Italien und schickte ihre Reiseberichte an die Presse. Mit einfühlsamen Gedichten und kritischen Aufsätzen war sie eine Wegbereiterin der frühen Frauenbewegung.

16:00 Uhr
Einführung: Claudia Erdheim

16:15 Uhr
Galina Hristeva (Stuttgart)
›Denn Psyche erträgt die Gefangenschaft nicht…‹ Freiheitsdrang und Formvollendung in Betty Paolis Lyrik.

Pause

17:15 Uhr
Evelyne Polt-Heinzl (Wien)
Betty Paoli und die Generation des Inbetween.

Eva Geber (Wien)
Hehre Dichtkunst – niederer Journalismus – glanzvolle Feuilletons. Betty Paolis Beiträge in der Presse nach Metternich

Diskussion, Pause

19:00 Uhr
Claudia Erdheim liest aus »Betty, Ida und die Gräfin.
Die Geschichte einer Freundschaft« (Czernin)

Angela Schneider liest Lyrik von Betty Paoli.

Musik: Annette Mittendorfer (Geige)

In den Pausen sowie im Anschluss Kaffee und Erfrischungen

VERLAGSPORTRAIT

KITAB – VERLAG

Der Verlagsleiter Wilhelm Baum spricht zum Verlag und seinem Programm und stellt drei Neuerscheinungen vor.

Wilhelm Baum: »Wittgenstein im Ersten Weltkrieg. Die ›Geheimen Tagebücher‹ und die Erfahrungen an der Front (1914–1918)«

Regina Schaunig liest aus und spricht zu »Der Dichter im Dienst des Generals. Robert Musils Propagandaschriften im Ersten Weltkrieg«

Karl Wimmler liest aus »Das Gegenwärtige des Vergangenen« (Erzählungen)

Moderation: Marianne Gruber

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

ZWEI DEBUTROMANE

Nadine Kegele: »Bei Schlechtwetter bleiben Eidechsen zu Hause« (Czernin)
Ein Roman über Nora, ihre Freundinnen, ihre Mutter, ihre Beziehungen, über ihre Wünsche, Ängste, Vorstellungen von einem Leben »das gut sein soll« – und über das Wetter, Kinder, einen Hund ...

Elisabeth Klar: »Wie im Wald« (Residenz)
Zwei Schwestern in einem Haus am Waldrand – zwischen Märchen, Traum und einer rätselhaften, tragischen Familiengeschichte, über Kinder- und Erwachsenenwelten, Beziehungen, Verletzungen, Täter und Opfer.

Moderation: Manfred Müller

ÜBERLEGUNGEN ZUR AUTONOMIE DES MENSCHEN

Hans-Otto Thomashoff: »Ich suchte das Glück und fand die Zufriedenheit: Eine spannende Reise in die Welt von Gehirn und Psyche« (Ariston)

Über das flüchtige Glück und die beständige Zufriedenheit und deren Bedeutung für ein »gelingendes Leben«: Hans-Otto Thomashoff verknüpft die Erkenntnisse von Psychologie, Psychoanalyse und Neurobiologie und entwirft ein vielschichtiges, unterhaltsam präsentiertes Panorama von der Funktionsweise unseres Gehirns und der von ihm erschaffenen Psyche.

Moderation: Marianne Gruber

LITERATUR.GESCHICHTE

›WENN NICHT HIMMEL, DANN ORDENTLICH HÖLLE‹

Christine Lavant: »Zu Lebzeiten veröffentlichte Gedichte«, hrsg. und mit einem Nachwort von Doris Moser und Fabjan Hafner (Wallstein).

»... das elementare Zeugnis eines von allen guten Geistern mißbrauchten Menschen« (Thomas Bernhard)

Der erste Band der vierbändigen Christine Lavant-Werkausgabe versammelt alle zu Lebzeiten publizierten Gedichte in einer komplett neu edierten Fassung. Er enthält neben den drei Gedichtbänden, die Lavants Ruhm begründet haben, auch das Frühwerk, die späte Lyrik sowie zahlreiche verstreute Gedichte, die erstmals wieder zugänglich gemacht werden.

Doris Moser und Fabjan Hafner präsentieren das Buch und sprechen über Lavant und ihre Lyrik.

Bettina Rossbacher liest Gedichte Christine Lavants.

Moderation: Manfred Müller

TEXTLICHT

LITERATUR IM FLUC

Fabian Oppolzer liest aus seinem zweiten Roman »Höllensturzsinfonie« (°luftschacht)
und macht gemeinsam mit seinem Bruder Immanuel Oppolzer Musik (Keyboard, Gitarre, Gesang).

»... ein Verwirrspiel um die Suche nach der letzten, unvollendeten Sinfonie des genialen Komponisten Anton Gerber, der seine Partitur im Feuer vernichtet und sich im Anschluss das Leben genommen hat – fragmentierte Weltengefüge mit seltsamen Kausalitäten, merkwürdigen Apparaturen, mystischen Orten ...« (Verlag)

Im Anschluss OPEN STAGE
Im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe mit der Edition Atelier und dem fluc.
Veranstaltungsort: Fluc, 1020 Wien, Praterstern 5
EINTRITT FREI

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Max Blaeulich: »Unbarmherziges Glück« (Residenz)

»In Armut aufgewachsen und von den Kriegswirren aus Rumänien nach Österreich gespült, kannte Frau Bertas Leben nur Demütigung, Schmerz und Elend. Diese Landschaften der Niedertracht sind es, die sie, nun im Altersheim, vor dem Erzähler ausbreitet. Der wiederum, wohnhaft in der von Tätowierten, Einarmigen und großherzigen Schwedinnen bevölkerten Adlerschen Pension, beginnt sich in dem Heim mit seinen zwielichtigen Insassen und Pflegern wohlzufühlen und zeichnet getreulich Frau Bertas Bericht auf.« (Verlag)

Moderation: Manfred Müller

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

DEBUT

Sandra Gugic: »Astronauten« (C.H. Beck)

Ein Roman über die Geschehnisse eines Sommers:
»Die Wege von drei Teenagern: Darko, Zeno und Mara, sowie drei Erwachsenen: dem Kleinkriminellen Alex, dem jungen Polizisten Niko und seinem ehemals besten Freund, dem Taxifahrer Alen, kreuzen sich ... Es entstehen Geschichten von Liebe und Verrat, von Vereinsamung und Zugehörigkeit: eine poetische Reise in die Gegenwart.« (Verlag)

Moderation: Ursula Ebel

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

ÖSTERREICHISCHE LYRIK IN ÜBERSETZUNG

Präsentation der Anthologie österreichischer Gegenwartslyrik in polnischer Sprache »pod język wkładam ci słowo« (dt. Titel: ich lege ein wort unter deine zunge; Atut Verlag / Wrocław)

Ryszard Wojnakowski, der Herausgeber und Mitübersetzer, stellt seine eben erschienene, repräsentative Sammlung neuer österreichischer Lyrik in polnischer Sprache vor: 200 Gedichte, nach dem Jahr 2000 entstanden, von 42 Autorinnen und Autoren, die nach 1960 geboren sind, übersetzt von acht profilierten polnischen Übersetzerinnen und Übersetzern.

Sonja Harter und Margret Kreidl, zwei der im Buch vertretenen Autorinnen, lesen Gedichte.

Im Anschluss sprechen sie mit Ryszard Wojnakowski und Agnieszka Walczy, Übersetzerin vieler der enthaltenen Gedichte, über ihre Arbeiten und die Schwierigkeiten des Übersetzens von Lyrik.

Moderation: Manfred Müller

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

O.P. Zier: »Komplizen des Glücks« (Residenz)

»Das alte Bauernhaus der Wirrings trotzt den umgebenden Beton-Wohnblöcken im Salzburger Land. Der lustvollen Alltagsanarchie der vier Familienmitglieder bietet es ein verlässliches Zuhause: Claudia, Kämpferin für Umwelt und gesellschaftliche Erneuerung, Werner, ehemals Werbeguru, Lebensforscher, Großvater Peter, genannt Pete Wire, Rockmusiker, und Sohn Rolf, der versucht, sich auf all das einen Reim zu machen. Bis eines Tages ein sterbenskranker Mann in der Tür steht und behauptet, die uneheliche Frucht der Begegnung des Rock-Opas mit einer Kellnerin zu sein ...« (Verlag)

Moderation: Marianne Gruber

ZEIT.GESCHICHTE

Andreas Nierhaus: »Kreuzenstein. Die mittelalterliche Burg als Konstruktion der Moderne« (Böhlau)

»Kreuzenstein bei Korneuburg/NÖ wurde von 1874 bis 1906 im Auftrag von Hans Graf Wilczek als Familienmausoleum und Privatmuseum errichtet. Geschichte, Architektur und Ausstattung der Burg werden erstmals ausführlich untersucht, in einen größeren kulturgeschichtlichen Kontext gestellt und die bis heute gültige (populäre) Vorstellung von der mittelalterlichen Burg als Konstruktion der Moderne analysiert.« (Verlag)

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Günther Kaip: »Kiesel. Gedichte«
»›Kiesel‹ können aus dem Rahmen fallen, sich bewegen, sich umschauen und somit Blickwinkel eröffnen, die ungewöhnlich sind. Jeder neue Kiesel nimmt eine Bewegung auf und kann sich, ganz seiner Form gemäß, weiterdrehen.« (Verlag)

Herbert J. Wimmer: »Wiener Zimmer. 100 Gedichte« (beide Klever)
»das moderne wien und sein urbanes rauschen gibt den kontext für die speziellen poetischen vertextungen von privatem und öffentlichem, für sprachwitz, dankbarkeit, freude und andere unabweisbarkeiten.« (Verlag)

Moderation: Manfred Müller