Programm Jänner / Februar 2018

WERK.GÄNGE

ANDREA WINKLER

Brigitte Schwens-Harrant lädt in ihrer Gesprächsreihe Autorinnen und Autoren ein, mit ihr durch das eigene Werk zu wandern. Gespräch und Lesung wechseln einander dabei ab, poetologische Entwürfe werden sichtbar, unterschiedliche Texte hörbar.

An diesem Abend unternimmt sie mit Andrea Winkler einen Gang durch ihre Prosa, angefangen bei »Arme Närrchen. Selbstgespräche« (2006) über »Drei, vier Töne, nicht mehr. Elf Rufe« (2010) bis zu »König, Hofnarr und Volk. Einbildungsroman« (2013).

virtuelle KAFKA.WEGE

SANATORIUM WIENERWALD – FEICHTENBACH

Anfang April 1924 kam Franz Kafka aus Prag ins Sanatorium Wienerwald beiPernitz/NÖ, um seine fortgeschrittene Tuberkulose in guter Luft und ruhiger Umgebung behandeln zu lassen. Sein Aufenthalt dauerte nur wenige Tage: Die Krankheit war bereits so weit fortgeschritten, dass die Mittel eines Sanatoriums nicht ausreichten.
Das Sanatoriumsgebäude wurde von 1872 bis 2002 genutzt und ist heute eine Ruine.
In seiner wechselvollen Geschichte war es u.a. nobles Sanatorium, Sterbeort des Bundeskanzlers Seipel, ›Lebensborn‹-Heim der SS, ÖGB-Urlauberheim und Hotel.

Charlotte Spitzer und Manfred Müller sprechen über Kafkas Zeit im Sanatorium Wienerwald sowie über die Geschichte des Gebäudes zeigen Dokumente und Bilder aus den verschiedenen Nutzungsphasen.

Gemeinsam mit der Franz Kafka-Gesellschaft

BIOGRAFIEN

ARTHUR SCHNITZLER

Max Haberich: »Arthur Schnitzler. Anatom des Fin de Siècle« (Kremayr & Scheriau)

Max Haberich zeigt »den Jahrhundert-Autor in einem völlig neuen Licht«: »als sozialkritischen Autor, der sich über Jahrzehnte mit seiner jüdischen Herkunft auseinandersetzte und mit messerscharfer Beobachtung den stetig zunehmenden Antisemitismus in den Blick nahm.« (Verlag)

Bettina Rossbacher liest Arthur Schnitzler.

Moderation und Gespräch: Ursula Ebel

LITERATUR.GESCHICHTE

Stefan Zweig: »Sternstunden der Menschheit. Historische Miniaturen« (hg. von Werner Michler und Martina Wörgötter; Zsolnay Verlag),
zum Auftakt der großen ›Salzburger Ausgabe‹: Das erzählerische Werk von Stefan Zweig in sieben Bänden.
Seit 2015 wird am Stefan Zweig-Zentrum der Universität Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Germanistik unter Leitung von Klemens Renoldner und Werner Michler die neue Ausgabe sämtlicher erzählender Schriften des Autors erarbeitet.

Stefan Zweig war und ist einer der meistgelesenen Autoren des 20. Jahrhunderts. Sein größter Erfolg sind die »Sternstunden der Menschheit«, die in mehr als 50 Sprachen übersetzt wurden und zu den Höhepunkten der deutschsprachigen Literatur der Zwischenkriegszeit zählen. Eine wissenschaftlich verantwortete Ausgabe war seit langem notwendig. Die Neuausgabe kann nicht nur viele Fehler und ungerechtfertigte Eingriffe durch frühere Herausgeber beseitigen, sie ermöglicht auch Vergleiche zwischen verschiedenen Fassungen derselben Texte.

Werner Michler, Klemens Renoldner und Martina Wörgötter präsentieren gemeinsam mit Herbert Ohrlinger (Zsolnay Verlag) den Band.

Moderation: Manfred Müller
Gemeinsam mit dem Stefan Zweig Centre Salzburg

TACHELES

WIEBKE POROMBKA

Nachtarbeit und Tagesgeschäft

Wiebke Porombka, eine der profiliertesten Literaturkritikerinnen Deutschlands (›F.A.Z.‹, ›DIE ZEIT‹), Jury-Sprecherin des Deutschen Buchpreises (2014), Mitglied der Jury des Österreichischen Buchpreises (2017) und aktuell des Preises der Leipziger Buchmesse, liest ihre witzigsten Glossen sowie Exemplarisches aus ihren Büchern »Der Zwölfte Mann ist eine Frau. Mein unerhörtes Leben als Fußballfan« (2013) oder »Deutsche Nullen. Sie kamen, sahen und versagten« (mit O. Jungen, 2016). Und sie spricht mit Daniela Strigl über alles, worüber eine Geheimnisträgerin sprechen darf.

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

SLAM IM WASSERGLAS

Clara Felis und Simon Tomaz sind beide im eben erschienen Buch »Slam Oida – 15 Jahre Slam in Österreich« (Lektora) vertreten. Neben 42 Texten aus dem aktuellen Schaffen der österreichischen Slamszene präsentieren die Herausgeber_innen Mieze Medusa & Markus Köhle darin überdies einige Kapitel voller Slamwissen.

Poetry Slam boomt, ist immens publikumswirksam, ausgezeichnet vernetzt, selbstbewusst im Auftreten, aber oft erstaunlich wenig ›literaturbewusst‹. Mit ›Slam im Wasserglas‹ haben die beiden Pionier_innen der österreichischen Slamszene, Mieze Medusa und Markus Köhle, gemeinsam mit der ÖGfL ein Format entwickelt, das den Poet_innen im Geiste des Wiener Salons nicht nur eine Bühne bietet, sondern auch einen Diskursraum.

Konzept und Moderation: Mieze Medusa & Markus Köhle

EUROPA.LITERATUR

Klaus Siblewski: »Der Gelegenheitskritiker« (Residenz) und »Die ideale Lesung« (Hg.: Klaus Siblewski und Hanns-Josef Orthell; Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung Mainz (DVB)

Zwei neue Bücher des Herausgebers der Werke Ernst Jandls oder: Was Sie schon immer über Literatur wissen wollten und nicht zu fragen wagten.
Ein »Gelegenheitskritiker« schreibt für eine Reihe namhafter Rundfunkanstalten über wichtige Bücher und führt Gespräche über Martin Walser, Martin Mosebach und viele andere, unverblümt, witzig und direkt – in einer Zeit, in der die Buchkritik an Bedeutung verliert.
Und ein Buch, in dem die Autoren- oder Dichterlesung, ein altmodischer, fast archaischer, trotzdem aber immer erfolgreicherer Ritus, thematisiert wird: 22 Autorinnen und Autoren präsentieren auf humorvolle und pointierte Weise ihre Entwürfe einer idealen Lesung.

Moderation: Manfred Müller

LITERATUR.GESCHICHTE

Klaralinda Ma-Kircher: Joseph von Eichendorff in Wien

Eichendorff pflegte während seines Aufenthalts in Wien 1810 bis 1813 ebenso Umgang mit bedeutenden Romantikern als auch mit den Adelskreisen seiner Verwandten, die ihm und seinem Bruder ein standesgemäßes Ambiente boten. Den unterschiedlichen Interessen und Geisteshaltungen der Zeit begegnete er bereits in jungen Jahren mit freundlicher Distanziertheit. Neben dem erfolgreichen Abschluss des Studiums entstand sein erster Roman »Ahnung und Gegenwart«, der eine Ahnung der Endzeitstimmung, die diese Jahre prägten, vermittelt.

Moderation: Manfred Müller

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Margit Schreiner: »Kein Platz mehr« (Schöffling & Co.)

»›Allein die Dinge, die sich im Laufe eines Lebens ansammeln!‹ Zettel, Tagebücher, Korrespondenzen, Zeitungsartikel, Fotos, Nippes aller Art. [...] Da hilft nur das Aus- und Aufräumen – wenngleich dieses noch mehr zutage fördert.
Margit Schreiner hat einen so amüsanten wie treffenden Roman über den Mangel an Platz geschrieben, über Schriftsteller, die wie Messies leben, sowie über die problematische Müllentsorgung in Italien. [...] Ganz gleich, wie man es dreht und wendet: Es gibt keinen Platz mehr.« (Verlag)

Moderation: Manfred Müller

LITERATUR.GESCHICHTE

Ernst Lothar: »Die Rückkehr« (Zsolnay)

»Eine Wiederentdeckung: Ernst Lothars nächster großer Roman nach dem internationalen Erfolg von ›Der Engel mit der Posaune‹.
Ende Mai 1946 ist es so weit: Felix von Geldern besteigt ein Schiff Richtung Europa, Richtung Wien. Acht Jahre vorher, unmittelbar nach dem ›Anschluss‹, flüchtete die altösterreichische Familie vor dem Nationalsozialismus ins Exil nach New York. Und nun, wie steht es jetzt um Österreich, nach der Niederlage, nach der Befreiung?« (Verlag)

Doron Rabinovici, Verfasser des Nachworts, und Herbert Ohrlinger, Zsolnay-Verlagsleiter, stellen den 1949 entstandenen, aus eigenem Erleben des Autors gespeisten Roman vor.

Moderation: Manfred Müller

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Corinna Antelmann: »Drei Tage drei Nächte« (Septime)
»Es sind zunächst läppische scheinende Vorfälle, die der Autorin Lisa die Beengtheit ihres Daseins aufzeigen. ... Sie zieht sich in ihren Kopf zurück. ... Nach drei Tagen und drei Nächten erlebt sie unerwartet einen Moment der Offenbarung, der sie von ihrer fundamentalen Einsamkeit erlöst.« (Verlag)

Tanja Paar: »Die Unversehrten« (Haymon)
»Zwei Frauen, ein Mann, ein Kind – und die bittere Süße des Lebens. Wie hoch ist der Preis, den man für das Glück der eigenen Familie zahlt? ...
Ein Romandebüt mit gewaltigem Sog und großer Zündkraft.« (Verlag)

Moderation:  Ursula Ebel