Programm November / Dezember 2017

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Julian Schutting liest aus und spricht zu »Betrachtungen. Texte und Photographien« (Literaturedition Niederösterreich)

Die Photographie ist ein wichtiges Element in Julian Schuttings künstlerischem Schaffen. Erstmals wurde aus seinem umfangreichen photographischen Archiv, das sich wie auch sein literarischer Vorlass im Archiv der Zeitgenossen in Krems befindet, eine Auswahl an Bildern zusammengestellt, die wiederum Ausgangspunkte für die Texte des Buches bilden. Mit den daraus entstandenen literarisch-philosophischen Betrachtungen nimmt Schutting die Leserinnen und Leser mit auf eine Wanderung durch die Landschaften, aber auch durch die Geschichte. Kleine Beobachtungen rücken durch den photographischen Ausschnitt, die Perspektive, die Nähe oder Distanz in den Mittelpunkt.

Moderation: Marianne Gruber
Gemeinsam mit der Literaturedition NÖ

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

ANLÄSSLICH DES 80. GEBURTSTAGS
VON FLORJAN LIPUŠ

Florjan Lipuš: »Seelenruhig« (Übersetzung: Johann Strutz; Nachwort: Fabjan Hafner; Jung und Jung)

»Florjan Lipuš bringt es fertig, nicht nur ein ganzes Leben, sondern vor allem das Leben als Ganzes in Worte zu fassen. Lipuš berichtet mit erstaunlicher Gelassenheit seine Biografie vom Aufwachsen in der bäuerlichen Umgebung Kärntens, gebunden in einer Familie, die von den Entsetzlichkeiten der Geschichte nicht verschont wurde. Ebenso erzählt er vom Aufwachen unter den verstohlenen Blicken einer Jungen, mit der er noch als Alter das Leben teilt.« (Verlag)

Moderation und Gespräch: Katja Gasser
Gemeinsam mit JAK und SKICA

EUROPA.LITERATUR

Attila Bartis: »Das Ende« (Übersetzung: Terézia Mora; Suhrkamp)

Attila Bartis, einer der Stars der ungarischen Gegenwartsliteratur, erzählt vom Leben eines Künstlers. Sein Held, ein Fotograf, erlebt die Verwerfung der ungarischen Zeitgeschichte; er sieht sich aber auch vor die Frage gestellt, woher die Kälte und die Einsamkeit in seinem Leben kommen. Attila Bartis erzählt von erotischer Abhängigkeit, von Lüge und Erpressung.

Lesung: Raphael Sas
Moderation: Cornelius Hell

Gemeinsam mit der Buch Wien 17 und der Donau Lounge

KULTURJAHR 2017: ÖSTERREICH – KROATIEN

Slavenka Drakulić über Literatur und Politik.
Die Schriftstellerin und Zeitzeugin im Gespräch

Slavenka Drakulić ist Schriftstellerin und Journalistin von internationalem Rang. Im Gespräch werden einzelne Werke vorgestellt und der Bogen von ihren bemerkenswerten politischen Essays zu ihren Romanen gespannt.

Deutschsprachige Lesung: Naemi Latzer
Übersetzung: Mascha Dabić
Moderation und Gespräch: Annemarie Türk

Im Rahmen der Buch Wien 17 und des Schwerpunktjahres Kroatien des BMEIA, in Zusammenarbeit mit TRADUKI.

ZEITSCHRIFTEN

Präsentation von Heft Nr. 152 der ›LICHTUNGEN‹ mit dem Schwerpunkt ›Hebräische Literatur der Gegenwart‹, hrsg. und ausgewählt von Tomer Gardi.

Es lesen Tomer Gardi, Tehila Hakimi und Yonit Naaman sowie die Übersetzerin Gundula Schiffer.

Deutschsprachige Lesung: Bettina Rossbacher
Heftvorstellung, Moderation: Andrea Stift-Laube

Veranstaltung in deutscher, englischer und hebräischer Sprache.
Im Anschluss Erfrischungen

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Susanne Ayoub liest aus ihrem Stück »Salam Aleikum, Medea«.
 
Hilde Langthaler liest aus »p-attacke« und »Im Gegenlicht« (beide Edition Roesner).

Hilde Schmölzer liest aus »Frauenliebe: Berühmte weibliche Liebespaare der Geschichte« (Promedia).

Moderation: Marianne Gruber

Eine Veranstaltung des Österreichischen SchriftstellerInnenverbandes

WERK.GÄNGE: PETER HENISCH

Brigitte Schwens-Harrant lädt in ihrer Gesprächsreihe Autorinnen und Autoren ein, mit ihr durch das eigene Werk zu wandern. Gespräch und Lesung wechseln einander dabei ab, poetologische Entwürfe werden sichtbar, unterschiedliche Texte hörbar.

An diesem Abend spricht sie mit Peter Henisch über das Erzählen und sein Schreiben. Sie unternimmt mit dem Autor einen Gang durch sein umfangreiches Werk, angefangen bei der 1971 erschienenen Kurzprosa »Hamlet bleibt« bis zu seinem 2016 erschienenen Roman »Suchbild mit Katze«.

LITERATUR.GESCHICHTE

Ernst Seibert (Wien): ›Grillparzer – a devil of a name [...]‹ - Wie sehr ist Lord Byron Recht zu geben?
Zur Grillparzer-Rezeption auf pädagogischer Ebene
 
Die Grillparzer-Rezeption bzw. das Bild, das man sich vom Dichter macht, wird auf pädagogischer Ebene vorwiegend auf die Novelle »Der arme Spielmann« reduziert bzw. auf die meist diskutierte Frage, inwiefern die Novelle als Selbst-
darstellung zu lesen ist. Dem gegenüber finden sich in Jugendbuchdarstellungen, die einige Generationen zurück liegen, sehr aufschlussreiche andere Aspekte, an die eine aktuelle Thematisierung Grillparzers anknüpfen könnte.

Eine Veranstaltung der Franz Grillparzer Gesellschaft.

KOLIK liest

JUNGE DEUTSCHSPRACHIGE LITERATUR

›KOLIK liest‹ ist der neue Titel unserer seit 2005 bestehenden, gemeinsam mit der Literaturzeitschrift ›kolik‹ veranstalteten Reihe ›KOLIKslam‹, in deren Rahmen bisher mehr als 50 junge deutschsprachige Autorinnen und Autoren ihre neuesten Texte vorstellten.

Diesmal lesen Bernhard Strobel und Felix Wallner.

Moderation: Karin Fleischanderl (›kolik‹)

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Elisabeth Klar: »Wasser atmen« (Residenz)

»Wer ein Jahr in der Antarktis verbringt und die Polarnacht in einer Forschungsstation erträgt, muss Ausdauer und Entschlossenheit haben. So eine scheint Erika zu sein: Die renommierte Bioakustikerin lauscht den Walen, geht auf lange Tauchgänge, sucht beim Aikido die Herausforderung. [...] Und dann taucht die Musikwissenschaftlerin Judith, eine junge Frau voller Widersprüche, in Erikas Freundeskreis auf...« (Verlag)

Moderation: Ursula Ebel

DER GLÄSERNE VORHANG

Jana Beňová: »Café Hyena« (Übersetzung: Andrea Reynolds; Residenz)

»Elza und Ian, Rebeka und Lukas Elfman stammen aus Petrzalka, der monströsen Plattenbausiedlung bei Bratislava. Täglich jedoch queren die vier Freunde die Donaubrücke, um im Café Hyena zu sitzen, zu trinken, zu diskutieren, zu schreiben und zu träumen. –
Ein verzauberter Roman über Freundschaft, Liebe, Abschied und die unstillbare Sehnsucht nach einem anderen Leben.« (Verlag)

Gespräch mit der Autorin: Cornelius Hell
Deutschsprachige Lesung: Daniela Humajová

Moderation: Manfred Müller

EUROPA.LITERATUR

Paul Divjak: »Vorbereitungen auf die Gegenwart. Essay« (Edition Atelier)
»Wir alle tragen zur Gestimmtheit der Gesellschaft bei.
Und allein schon die Absicht, die Annahme und die Vorstellung einer besseren Welt wird bereits ungeahnte, verändernde Wechselwirkungen hervorrufen, die wir nicht vorausbestimmen können …« (Paul Divjak)

Jo Frank: »Snacks« (Edition Atelier)
»Jo Frank erzählt in multilingualen Texten von einem Leben, das geprägt ist von Radikalität, von einer Kindheit zwischen BBC und Deutschlandfunk [...] Die einzige Heimat ist Sprache, nicht Deutsch oder Englisch oder Hebräisch, sondern der Versuch einer Überbrückung der Distanz zwischen zwei Menschen, und zwischen Gegenwart und Erinnerung ...« (Verlag)

Moderation: Ursula Ebel

LITERATUR.GESCHICHTE

TAG DES 18. JAHRHUNDERTS 2017

Die ›Österreichische Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts‹ hält ihre jährliche Festveranstaltung ab. Zu diesem Anlass werden nicht nur die Neuerscheinungen der Gesellschaft vorgestellt, sondern auch die beiden Preisträger des von der Gesellschaft international ausgelobten ›Franz-Stephan Preises‹ vorgestellt.

Grete Walter-Klingenstein hält einen Festvortrag im Zusammenhang mit dem Maria-Theresien-Jahr 2017.

Thomas Wallnig führt durch den Abend.

Die Veranstaltung wird durch musikalische Umrahmung und ein historisches Buffet abgerundet.
Gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Waltraud Haas: »Ping Pong. Lyrik und Prosa« (Klever)
»Das scheinbar Vertraute – Herkunft, Kindheit, Schreiborte, Figuren in Stadt und Natur – wird auf dem Seziertisch hinsichtlich einer allen Dingen innewohnenden Fremdheit überprüft. So enstehen kleine Stilleben der Beschädigungen und Deformationen.« (Verlag)
»ich duck mich / in erwartung der stille« (W. Haas)

Günther Kaip: »Ankerplätze. Ein Journal« (Klever)
»Ankerplätze verzeichnen Orte, an denen wir uns verankern könnten. Eine gewisse Rolle spielen dabei der Einheimische, die Masseurin, der Frisör und der Nachbar im Garten, mit dem Gewehr im Anschlag … Erzählt wird die Geschichte unserer Ankunft als Versinken im Tag.« (Verlag)

Moderation: Manfred Müller

ZEITSCHRIFTEN

SALZ 168 – LITERATUR AUS NIEDERÖSTERREICH

Das 168. Heft der seit 1975 bestehenden Zeitschrift für Literatur ›SALZ‹, hrsg. von Barbara Neuwirth, ist der sehr aktiven Literaturszene Niederösterreichs gewidmet. Enthalten sind neue Texte von Georg Bydlinski, Isabella Feimer, Harald Friedl, Gerhard Jaschke, Sandra Gugić, Gertraud Klemm, Gabriele Petricek, Erwin Riess, Ilse Tielsch, Cornelia Travnicek, Peter Turrini, Hannes Vyoral und Magda Woitzuck.

Es lesen und sprechen Gertraud Klemm, Barbara Neuwirth und Ilse Tielsch.

Moderation: Manfred Müller

LITERATUR.GESCHICHTE

Stefan Maurer, Doris Neumann-Rieser, Günther Stocker: »Diskurse des Kalten Krieges: Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur« (Literaturgeschichte in Studien und Quellen Bd. 29, Böhlau Verlag)

»Auf der Basis umfassender Recherchen und unter Berücksichtigung einer großen Materialfülle entsteht dabei nicht nur eine neue Perspektive auf die Kultur des Kalten Krieges, sondern auch ein anderes Bild der österreichischen Literatur nach 1945.« (Verlag)

Die AutorInnen Stefan Maurer, Doris Neumann-Rieser und Günther Stocker stellen den Band vor,
Edi Jäger liest literarische Textbeispiele.

Moderation: Ursula Ebel
Im Anschluss Erfrischungen

WERK.GÄNGE: LYDIA MISCHKULNIG

Brigitte Schwens-Harrant lädt in ihrer Gesprächsreihe Autorinnen und Autoren ein, mit ihr durch das eigene Werk zu wandern. Gespräch und Lesung wechseln einander dabei ab, poetologische Entwürfe werden sichtbar, unterschiedliche Texte hörbar.

An diesem Abend unternimmt sie mit Lydia Mischkulnig, die am 4. Oktober mit dem diesjährigen Veza-Canetti-Preis ausgezeichnet wurde, einen Gang durch ihre Romane und Erzählungen, angefangen bei Mischkulnigs Roman »Halbes Leben« bis zu den Erzählungen »Die Paradiesmaschine«.

LESE.AUSLESE

Zum Saisonausklang präsentieren und kommentieren Katja Gasser und Cornelius Hell im Rahmen ihrer ganz persönlichen Bücherschau literarische Neuerscheinungen aus den Herbstprogrammen deutschsprachiger Verlage.

Moderation und Gespräch: Manfred Müller
Im Anschluss Punsch und Kekse

Biografie

Andreas Latzko (1896-1943)

geb. 1876 in Budapest/HU, gest. 1943 in Amsterdam/NL; war Journalist und Schriftsteller; Studium der Chemie und Philosophie in Berlin. 1931 übersiedelte er nach Amsterdam, wo er 1943 starb. Sein die Isonzofront thematisierendes Buch »Menschen im Krieg« (1917) wurde ein großer Erfolg, in 30 Sprachen übersetzt und ist zuletzt in einer Neuausgabe 2014 erschienen.