Programm September / Oktober 2019

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Christoph W. Bauer: »Niemandskinder« (Haymon)

Ein junger Historiker reist nach Paris, auf der Suche nach zwei Frauen: Marianne, Kind einer österreichischen Mutter und eines marokkanischen Vaters, seit Jahrzehnten vermisst, und Samira, mit der er vor über zehn Jahren zusammenmgelebt hat. »Ein Buch über Kindheiten, Liebe und Verlust« (Verlag)

Begrüßung: Ulla Krauss-Nussbaumer (BMEIA)
Moderation und Gespräch: Manfred Müller

Im Rahmen von »Partizipation in Literatur und Gesellschaft«, dem 11. Wiener Seminar für Mitarbeiter/innen der Österreich-Bibliotheken des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres.

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

WOHIN WOHNT TEXT

mit Georg Oberhumer, Judith Nika Pfeifer, Herbert J. Wimmer, .aufzeichnensysteme

Nomadismus greift um sich, ist aber auch ein Thema künstlerischer Lebensrealität(en). Wie die Gesamtsituationen in permanenter Bewegung sich verschieben, immer auch die überdachenden oder auseinanderdriftenden Wände, manchmal wie in Poes »Wassergrube und Pendel« einer quälenden Ungewissheit gleich, unbehaglich und umständlich, scharf geschnitten von Wohnraumpolitik und dabei je nachdem konstruktive oder destruktive Spuren in der literarischen Arbeit und diese in ihrer Umgebung hin-terlässt, hinterließ oder hinterlassen wird, zeigt ebendiese in Form und Inszenierung der Texte der 4 TeilnehmerInnen, die am Ende wohl im Text wohnen, wo sonst?

Idee: .aufzeichnensysteme
Moderation: Ursula Ebel

Gemeinsam mit der Grazer Autorinnen Autorenversammlung

LITERATUR.GESCHICHTE

»Handbuch der deutschen Literatur Prags und der Böhmischen Länder« (J.B. Metzler / Hsg. Peter Becher, Steffen Höhne, Jörg Krappmann, Manfred Weinberg)

Das Handbuch verortet zum ersten Mal die Literatur dieser Region im komplexen Wirkungs- und Spannungsfeld von deutscher, jüdischer, tschechischer und österreichischer Literatur und Kultur. Die Herausgeber sprechen über seine Entstehung, Konzeption und neue Entdeckungen.

Im Anschluss liest Jaroslav Rudiš seinen Handbuch-Beitrag über die zeitgenössischen Nachwirkungen der einstigen Mehrsprachigkeit sowie Passagen aus seinem letzten Roman »Winterbergs letzte Reise« (Luchterhand).


Moderation: Manfred Müller
Gemeinsam mit der Österreichischen Franz Kafka Gesellschaft und dem Adalbert Stifter-Verein/München

WERK.GÄNGE: MICHAEL STAVARIČ

In ihrer Gesprächsreihe lädt Brigitte Schwens-Harrant Autorinnen und Autoren ein, mit ihr durch die eigenen literarischen Werke zu wandern. Gespräch und Lesung wechseln einander dabei ab, poetologische Entwürfe werden sichtbar, unterschiedliche Texte hörbar.

An diesem Abend unternimmt sie mit Michael Stavarič einen abwechslungsreichen Gang durch einige seiner Werke – ausgehend von »Stillborn« (2006) über den Roman »Brenntage« (2011) bis zu seinem Roman »Gotland« (2017) und dem Kinderbuch »Die Menschenscheuche« (2019).

REISEN WIR

Manfred Chobot: »In 116 Tagen um die Welt. Ein Logbuch« (Löcker)
Geschichten von einer, vom Autor und seiner Frau tatsächlich erlebten, viermonatigen Weltreise auf einem Kreuzfahrtschiff, »auf engstem Raum mit einer Menge netter Mitreisender, aber auch mit einem Haufen Minder-Netter, um es nett auszudrücken.« (Verlag)

Alexander Peer (Hrsg.): »Schreibende Nomaden entdecken Europa. Impressionen & Essays« (Limbus)
Acht Autoren und vier Autorinnen schreiben auf unterschiedliche Arten über Reisen im Dienste der Literatur.
Einer davon, Erwin Uhrmann, liest aus seinem Text und spricht mit dem Herausgeber Alexander Peer.

Moderation: Manfred Müller

ZEITSCHRIFTEN

PODIUM Nr. 193/194: LUXEMBURG

Das Sonderheft ist der aktuellen Literaturproduktion Luxemburgs gewidmet.

Barbara Neuwirth
stellt es gemeinsam mit dem Präsidenten des Verbands der Luxemburger Buchverleger, Ian De Toffoli, und Elisabeth Kleinl vor – die beiden bildeten das luxemburgische Herausgeberteam.
Es lesen Nathalie Ronvaux und Nico Helminger.

Gemeinsam mit dem Verband der Luxemburger Buchverleger und dem Literaturkreis Podium

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Gustav Ernst, Karin Fleischanderl: »Romane schreiben. Geschichten entwickeln, Figuren zeichnen, Stil finden« (Haymon)

Wie schreibt man einen guten Roman? Gustav Ernst und Karin Fleischanderl, die 2005 gemeinsam die Leondinger Akademie für Literatur gründeten und leiten, sprechen über Methoden, literarisches Schreiben zu lehren, geben anhand konkreter Beispiele Tipps und zeigen Fehler, vom ersten Satz bis zum fulminanten Finale.

Moderation und Gespräch: Ursula Ebel

DA CAPO

LITERATUR IM CAFÉ CENTRAL

Bettina Balàka: »Die Tauben von Brünn« (Zsolnay)

Ein Brieftaubenzüchter, ein Lotteriegewinn und die Geschichte eines großen Betrugs: Bettina Balàka erzählt spannend und atmosphärisch dicht die Geschichte des berühmt-berüchtigten Wieners Johann Karl von Sothen, eingebettet in eine beeindruckende, genau recherchierte Darstellung des Wiener Alltags um die Mitte des 19. Jahrhunderts.

Moderation: Manfred Müller

In Kooperation mit dem Café Central

Ort: Café Central, Arkadenhof, 1010 Wien, Herrengasse 14

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Peter Paul Wiplinger: »Schachteltexte II 2017-2019« und »Erinnerungsbilder« (beides Löcker)

Auf den vom Autor mit der Hand beschriebenen Schachteln finden sich notizenhafte Anmerkungen zu aktuellen oder vergangenen Ereignissen, Personen und Situationen, die durch den künstlerischen Gestaltungsprozess ihre eigene neue Bildhaftigkeit bekommen.
Dazu passen Peter Paul Wiplingers literarische Erinnerungsbilder – »Bilder, die aus dem Dunkel des eigenen Lebens aufleuchten, aus der Vergangenheit« (Verlag).

Lesung, Gespräch und Ausstellung der »Schachteltexte«.

Moderation: Manfred Müller

ZEIT.GESCHICHTE

Georg Stefan Troller: »Liebe, Lust und Abenteuer. 97 Begegnungen meines Lebens« (Corso)

»97 unvergessliche Begegnungen mit Größen aus Kunst, Film und Fernsehen, Musik, Showbusiness und Politik. Entstanden ist eine Mischung aus intimen Interviews, Aphorismen, Anekdoten, Bonmots, Fotografien und Geschichten, die in vielfältiger Form das Kernthema der menschlichen Existenz umkreisen: den Eros.« (Verlag)

Moderation: Ursula Ebel

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Margit Schreiner: »Sind Sie eigentlich fit genug? Mehr über Literatur, das Leben und andere Täuschungen« (Schöffling & Co)

»Jede schriftliche Äußerung erfordert eine viel genauere Auseinandersetzung mit Themen als alles Mündliche. Die Ausdrucksweise in der öffentlichen Auseinandersetzung wird immer gröber und undifferenzierter, da muss man sich manchmal zu Wort melden.« (Margit Schreiner)

Moderation: Manfred Müller

LITERATUR.GESCHICHTE

Ulrich Stadler: »Kafkas Poetik« (Edition Voldemeer Zürich/de Gruyter)

Statt der Person Franz Kafka rückt dieses Buch die ›Autor-Legende‹ Kafka ins Zentrum der Aufmerksamkeit. In Anlehnung an Einsichten der russischen Formalisten geht es davon aus, dass das literarische Werk das Leben eines Autors nicht einfach abbildet, sondern mythologisiert, mystifiziert oder idealisiert, auf jeden Fall also modifiziert.Eben jene Modifikationsprozesse und ihre Ergebnisse bilden das Thema der vorliegenden Untersuchung.

Im Gespräch mit dem Autor: Karl Wagner

Moderation: Manfred Müller

In Kooperation mit der Österreichischen Franz Kafka Gesellschaft und dem Verein Neugermanistik Wien

LITERATUR.GESCHICHTE

DIALOG DER KULTUREN: GOETHE UND HAFIS.
Zum 200. Geburtstag von Goethes West-Östlichem Diwan

Eine Veranstaltung mit Masoumeh Hosseini, Wolfgang Müller-Funk, Hossein Salimian Rizi, Florian Schwarz u.a..

Gedichte von Goethe und Hafis liest Bettina Rossbacher.

Konzept: Wolfgang Müller-Funk

In »Der west-östliche Diwan« setzte sich Goethe intensiv mit der persischen Dichtung, insbesondere mit dem 1315 oder 1325 in Schiras geborenen, dort 1390 verstorbenen, bis heute im Iran populären Dichter Hafis auseinander. Das Werk ist somit als eine Antwort auf Hafis' Werk konzipiert, es nimmt Motive und Elemente von dessen Dichtung auf und verbindet sie mit der westlichen Poesie.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Abteilung für wissenschaftliche Zusammenarbeit; ›Dialog der Kulturen und Religionen‹ im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres.

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Isabella Breier: »mir kommt die Hand der Stunde auf meiner Brust so ungelegen, dass ich im Lauf der Dinge beinah mein Herz verwechsle« (12 Kapitel, mit Illustrationen von Hannah Medea Breier / Edition fabrik.transit)

Gertrude M. Grossegger: »zwirnen« (Passagen / Passagen Literatur)
Unterschiedliche Bewusstseinsebenen, fassbare äußere und traumhafte innere Bilder, werden miteinander verzwirnt.

Christian Steinbacher: »Wovon denn bitte?  - Gedichte und Risse« (Czernin)
Die Gedichte führen vor, wie tradierte Formen frische Impulse geben können.

Moderation: Ursula Ebel

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Martin Pollack: »Die Frau ohne Grab. Bericht über meine Tante« (Zsolnay)

Nach »Der Tote im Bunker« folgt Martin Pollack den Spuren seiner Tante Pauline Drolc, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als Siebzigjährige in ihrem Heimatort Tüffer, slowenisch Lasko, verhaftet und in das provisorische Internierungslager Schloss Hrastovec gebracht wird, wo sie zu Tode kommt. Ihr Grab wird nie gefunden.

Im Gespräch mit dem Autor: Katja Gasser

Moderation: Manfred Müller

LITERATUR.GESCHICHTE

Wolfgang Reitzi: Die Borso-Bibel: Wege und Irrwege eines kostbaren Buches

Die mit Miniaturen überreich geschmückte Borso-Bibel – eine der wertvollsten Prachthandschriften der Buchgeschichte überhaupt – wurde zwischen 1455 und 1462 für den ersten Herzog von Modena aus dem Hause Este geschaffen und gelangte 1771 in den Besitz des Hauses Habsburg-Lothringen.
Wolfgang Reitzi, Eigentümer eines Autographen von Kaiser Karl mit der Aufforderung zur Herausgabe des Werkes, erzählt von der mysteriösen Verkaufsgeschichte der Prachthandschrift, die 1923 um den astronomischen Betrag von 5 Millionen Goldlire den Besitzer wechselte: den bis dahin höchsten Preis, der je für ein Buch bezahlt wurde.

Im Rahmen des Vortrags werden ein Faksimile des Werks und einschlägige Bilder zu dem Thema gezeigt.

Eine Veranstaltung der Wiener Bibliophilen Gesellschaft.