Programm November / Dezember 2018

EUROPA.LITERATUR

Alma M. Karlin: »Ein Mensch wird. Auf dem Weg zur Weltreisenden« (Hrsg. und mit einem Nachwort von Jerneja Jezernik / Aviva)

Auf der Höhe ihres Schriftstellerinnenruhms, schreibt Alma M. Karlin 1930/31 eine Autobiografie voller Witz und (Selbst-) Ironie über die ersten dreißig Jahre ihres Lebens; zugleich eine kühne, humorvolle und kritische Betrachtung des beginnenden 20. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkrieges.

Buchpräsentation und Fotovorführung mit
Jerneja Jezernik und der Übersetzerin Amalija Maček.

Moderation: Ursula Ebel

Im Rahmen der Buch Wien 18, in Zusammenarbeit mit SKICA, der slowenischen Buchagentur (JAK) und dem Aviva Verlag
Im Anschluss Buffet

Der gläserne Vorhang

Andrej Kurkow: »Kartografie der Freiheit« (Roman. Aus dem Russischen von Claudia Dathe / Haymon)

Der ukrainische Bestseller-Autor Andrej Kurkow kennt die Hoffnungen der Osteuropäer in die Europäische Union. Und er kennt ihre bittere Enttäuschung. Wer also kann den großen europäischen Roman unserer Zeit schreiben, wenn nicht er? Und Kurkow hat es getan: Seine »Kartografie der Freiheit« ist ein mutiges und aufrüttelndes Buch über Europas Gegenwart.

Moderation: Cornelius Hell

Im Rahmen der Buch Wien 18

KULTURJAHR 2018: ÖSTERREICH – ALBANIEN

ALBANIEN GESTERN UND HEUTE

Lesung und Gespräch mit Lindita Arapi, Arian Leka und Agron Tufa

Die Literatur Albaniens ist bei uns weitgehend unbekannt, nur wenige Übersetzungen liegen auf Deutsch vor.
Lindita Arapi, Arian Leka und Agron Tufa zählen zu den wichtigsten literarischen Stimmen ihres Landes. Sowohl in ihrer Lyrik als auch den Prosatexten erzählen sie von dem schwierigen Weg aus einer dunklen Vergangenheit in das Hier und Heute, das dieses kleine Land vor neue, andere Herausforderungen stellt.

Deutschsprachige Lesung: Nikolaus Kinsky
Übersetzung: Ilir Ferra
Moderation: Annemarie Türk

Im Rahmen der Buch Wien 18 und des Schwerpunktjahres Albanien des BMEIA sowie in Zusammenarbeit mit dem europäischen Netzwerk TRADUKI

ZEIT.GESCHICHTE

»Warum feiern. Beiträge zu 100 Jahren Frauenwahlrecht« (Anthologie hrsg. von Elena Messner, Eva Schörkhuber und Petra Sturm / Edition Atelier)
Mit Beiträgen von Marie-Noelle Yazdanpanah, Petra Sturm, Maria Sterkl, Eva Schörkhuber, Helga Christina Pregesbauer, Elena Messner, Marion Löffler, Birge Krondorfer, Nadine Kegele, Veronika Helfert, Jelena Gučanin, Li Gerhalter, Marlene Gölz, Mascha Dabić, Natalie Deewan, Brigitte Bargetz, Bettina Balàka sowie einer Sammlung aktueller politischer Forderungen und einem Nachwort von Marlene Streeruwitz.

Schriftstellerinnen, Historikerinnen, Politologinnen und Journalistinnen gehen in reflektierten und feministischen Texten dem langen Weg bis zum Frauenwahlrecht, was seither passiert ist und wo wir heute stehen, nach. Sie berichten von persönlichen Erfahrungen, beleuchten die Frauenbewegung und rekapitulieren die Geschichte vom Beginn des Frauenwahlrechts bis zu #MeToo.

Elena Messner, Eva Schörkhuber und Petra Sturm präsentieren gemeinsam mit in der Anthologie vertretenen Autorinnen (Bettina Baláka, Brigitte Bargetz, Natalie Deewan, Li Gerhalter, Jelena Gučanin, Birge Krondorfer und Maria Sterkl) den Band im Rahmen einer vielstimmigen, szenischen Lesung.

Moderation: Ursula Ebel
Im Anschluss Erfrischungen

LITERATUR.GESCHICHTE

Klaralinda Ma-Kircher: Ernst Moritz Arndt in Wien

Im Sommer des Jahres 1798 hielt sich Arndt (1769-1860) ein paar Wochen in Wien auf. Seine »Bruchstücke aus einer Reise von Baireuth bis Wien im Sommer 1798« (1801) sind Zeugnis einer Zeitenwende und bieten mehr als eine Momentaufnahme der Stadt. Einerseits prägt das Interesse der Aufklärung sein Sightseeing, zum anderen kennzeichnet romantisches Vokabular das Naturempfinden beim Erkunden der Umgebung. Die Stadtbeschreibung ist keineswegs vollständig, und Arndts Bewertungen zeigen über den mentalitätsgeschichtlichen Aspekt hinaus eine sehr subjektive Sicht des angehenden Schriftstellers.

Moderation: Manfred Müller

WERK.GÄNGE

LISA SPALT

Brigitte Schwens-Harrant lädt in ihrer Gesprächsreihe Autorinnen und Autoren ein, mit ihr durch die eigenen literarischen Werke zu wandern. Gespräch und Lesung wechseln dabei einander ab, poetologische Entwürfe werden sichtbar, unterschiedliche Texte hörbar.

An diesem Abend unternimmt sie mit Lisa Spalt einen Gang durch ihre Werke und spricht mit ihr unter anderem über poetische Alltagsverbesserung, Grimms Märchen, Tulpen und andere Dinge – und über die Beziehung von Literatur und Musik.

LITERATUR.GESCHICHTE

STEFAN ZWEIG

»Stefan-Zweig-Handbuch« (Hrsg. v. Arturo Larcati, Klemens Renoldner, Martina Wörgötter / De Gruyter Reference)

Sechs Jahre lang wurde im Stefan Zweig Zentrum Salzburg am 1000 Seiten starken Stefan-Zweig-Handbuch gearbeitet. 70 Autorinnen und Autoren aus elf Ländern erschließen in einer umfassenden Dokumentation das literarische Werk Stefan Zweigs.

Die Herausgeber Arturo Larcati und Klemens Renoldner vom Stefan Zweig Zentrum Salzburg stellen das Handbuch vor.

Moderation: Manfred Müller
Im Anschluss Erfrischungen

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Kathrin Röggla: »Nachtsendung« (S.Fischer)

»Die täglichen Bilder unserer Wirklichkeit gleichen Horrorszenen. Jemand ist dabei. Jemand sieht zu. Sind das wirklich wir? Kathrin Röggla schaut genau hin. Sie erzählt unheimliche Geschichten und entdeckt Risse, tote Winkel und das Unheimliche unserer Gegenwart. Gefahrenzonen breiten sich aus, es herrscht Desorientierung, Kommunikation bricht zusammen.« (Verlag)

Moderation: Erkan Osmanovic
Im Rahmen eines literaturwissenschaftlichen Projekts in Kooperation mit dem Institut für Germanistik, Nordistik und Nederlandistik der Philosophischen Fakultät der Masaryk Universität Brno.

LITERATUR.GESCHICHTE

Franz Kafka: »Das Schloss. Historisch-Kritische Ausgabe sämtlicher Handschriften, Drucke und Typoskripte«
(Hrsg. von Roland Reuß und Peter Staengle / Eine Edition des Instituts für Textkritik / Stroemfeld / Roter Stern)

Ein editorischer Meilenstein: Mit der historisch-kritischen Ausgabe von Kafkas »Das Schloss« legt die Franz Kafka-Edition (FKA) nach »Der Process« (1997) den zweiten umfangreichen Roman-Entwurf Kafkas in Faksimile und chronologisch differenzierter diplomatischer Umschrift vor. Die Transkription der FKA bemüht sich zugleich um größtmögliche Präzision und um gute Lesbarkeit. Die konsequente Faksimilierung der Handschriften ermöglicht die Überprüfung der editorischen Entscheidungen auf jeder Seite.

Mit Roland Reuß, Peter Staengle und dem Leiter des Stroemfeld-Verlags KD Wolff

Moderation: Manfred Müller
Gemeinsam mit der Österreichischen Franz Kafka Gesellschaft

KOLIK LIEST

JUNGE DEUTSCHSPRACHIGE LITERATUR

›KOLIK liest‹ ist der neue Titel unserer seit 2005 bestehenden, gemeinsam mit der Literaturzeitschrift ›kolik‹ veranstalteten Reihe ›KOLIKslam‹, in deren Rahmen bisher mehr als 50 junge deutschsprachige Autorinnen und Autoren ihre neuesten Texte vorgestellt haben.

Diesmal lesen Elias Hirschl und Barbi Marković.

Moderation: Gustav Ernst (›kolik‹)

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Johannes Nestroy: »Über dem Meer. Die Rose des Antoine de Saint-Exupéry« (Braumüller Literaturverlag)

»Am 31. Juli 1944, als die Sonne an jenem heißen und nahezu wolkenlosen Montag ihren höchsten Stand erreicht hatte, stürzte eine Lockheed Lightning P-38 F-5B nahe der französischen Küste in das an diesem Tag außergewöhnlich ruhige Mittelmeer. ...« (Verlag)

Im Gespräch mit dem Autor: Harald Haslmayr
Einleitung: Bernhard Borovansky (Verleger)

Eine Veranstaltung der Internationalen Nestroy-Gesellschaft

TAG DES 18. JAHRHUNDERTS 2018

DIGITALE GEISTESWISSENSCHAFTEN

Die ›Österreichische Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts‹ hält ihre jährliche Festveranstaltung ab. Diese möchte heuer an das vieldiskutierte Thema der Digitalen Geisteswissenschaften heranführen: Zwischen Netzwerkanalyse und Distant Reading gibt es in Österreich zahlreiche Projekte, die auf digitalem Weg neue Fragen an bekanntes Material stellen.

Thomas Stäcker: Digital Humanities in der deutschen Frühneuzeit- und Aufklärungsforschung

Thomas Wallnig führt durch den Abend.

Gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts.
Nach der Veranstaltung werden Sekt und Brötchen gereicht.

WERK.GÄNGE

DORON RABINOVICI

Brigitte Schwens-Harrant lädt in ihrer Gesprächsreihe Autorinnen und Autoren ein, mit ihr durch die eigenen literarischen Werke zu wandern. Gespräch und Lesung wechseln dabei einander ab, poetologische Entwürfe werden sichtbar, unterschiedliche Texte hörbar.

An diesem Abend unternimmt sie mit dem Historiker und Schriftsteller Doron Rabinovici einen Gang durch seine Werke (u.a. »Ohnehin« und »Andernorts«) und spricht mit ihm dabei auch über das Verhältnis von Literatur und Wirklichkeit, Geschichte und Gegenwart.

LITERATUR.GESCHICHTE

CHRISTINE LAVANT

Zum Abschluss der neuen Werkausgabe im Wallstein Verlag: »Christine Lavant: Werke in vier Bänden« (im Auftrag des Robert-Musil-Instituts der Universität Klagenfurt und der Hans Schmid Privatstiftung hrsg. von Klaus Amann und Doris Moser)

Doris Moser, Mitherausgeberin der Werkausgabe, spricht über Christine Lavant.

Bettina Rossbacher liest Prosa und Gedichte aus Christine Lavants Nachlass.

Drei kurze musikalische Intermezzi: Marie Orsini-Rosenberg (Cello)

Moderation: Ursula Ebel

LITERATUR.GESCHICHTE

OTFRIED KRZYZANOWSKI (1886-1918)

»›Diese Zeit ist nicht die meine und die Tage fliehn.‹ Kaffeehausliterat, Bohemien, Hungerpoet« (Hrsg. Elisabeth Buxbaum und Christian Fridrich / Wieser Verlag)

Im November 1918 zerfiel nach mehr als vier Kriegsjahren mit Millionen Todesopfern die Habsburger Monarchie. Gleichsam stellvertretend für den Untergang des Reiches schied am 30. November 1918 in Wien der Dichter Otfried Krzyzanowski aus dem Leben. Sein literarisches Œuvre ist gering und fast zur Gänze in Vergessenheit geraten. Man anekdotisierte ihn, der die gesamten Kriegsjahre zwischen Café Central und Herrenhof pendelte, zum Kaffeehausliteraten, Bohemien und Hungerpoeten – starb er doch an Verelendung, Krankheit und vor allem Hunger.

Es sprechen Elisabeth Buxbaum und Christian Fridrich.
Lesung: Martin Haidinger (Sprecher Ö1)

Musik: Martina Warecka (Violine) und Mark Peters (Cello)

Im Anschluss eine kleine Labung

LESEAUSLESE

Zum Saisonausklang präsentieren und kommentieren Katja Gasser und Cornelius Hell im Rahmen ihrer ganz persönlichen Bücherschau literarische Neuerscheinungen aus den Herbstprogrammen deutschsprachiger Verlage.

Moderation und Gespräch: Manfred Müller
Im Anschluss Punsch und Kekse

Biografie

Doris Fleischmann

geb. 1970 in Wiener Neustadt, lebt und arbeitet als freie Autorin in Wien; viele Jahre im Kulturbetrieb tätig; schreibt Prosa; zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. Seit Oktober 2012 Mitglied des Literarischen Salons am Institut für Narrative Kunst. Zuletzt erschienen: »Brüchige Welten« (Mithg., 2012). »Alles, was bleibt oder Ein Haus in Wien« ist ihr Romandebut.