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Alle unsere Veranstaltungen werden weiterhin nach Möglichkeit live auf unserer Facebook-Seite übertragen und sind eine Woche lang auf unserem Blog und unserem YouTube-Kanal zu sehen.


Programm November / Dezember 2021

Ilse Aichinger zum 100. Geburtstag

»Die Welt ist aus dem Stoff, / der Betrachtung verlangt«

»Die Welt ist aus dem Stoff, / der Betrachtung verlangt«.
So beginnt Ilse Aichingers Gedicht »Winterantwort«. Betrachtung, die sich vermeintlicher Gewissheiten erwehrt, lässt sich von Ilse Aichinger lernen – auch daran sei anlässlich ihres 100. Geburtstags erinnert. An vier Abenden werden Auseinandersetzungen mit und Lesungen aus Ilse Aichingers Werk sowie zwei neu edierte Briefwechsel vorgestellt. Am 3.11. wird der Gedenkort ›Winterantwort‹ auf der Schwedenbrücke zwischen I. und II. Bezirk eröffnet.

Eine Zusammenarbeit der Österreichischen Gesellschaft für Literatur und der Alten Schmiede


Dienstag, 02.11.2021,
18:00 Uhr
Ort:
Alte Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien

»Über Ilse Aichinger. Fragment für Rundfunkprogramm«
Konzept, Realisation: Kurt Neumann. ORF 1980, 44 Min.

O-Töne eines Ilse Aichinger gewidmeten Symposiums der ›Alten Schmiede‹ im Jahr 1980 bilden die Basis des Hörstücks – neben der Autorin sind u.a. Erich Fried, Peter Härtling, Hanna Johansen zu hören.

19:00 Uhr

Texte von und über Ilse Aichinger
Mit Anna Baar, Christine Ivanovic, Julian Schutting und Josef Winkler

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Mittwoch, 03.11.2021, 12:30 Uhr
Ort:
Schwedenbrücke, 1010 Wien

Gedenkort Winterantwort
Ilse Aichinger zum 100. Geburtstag

Entwurf: Elisabeth Eich

Eröffnung:
Andrea Mayer (Staatssekretärin im Bundesministerium für Kunst, Kultur, Öffentlicher Dienst und Sport),
Veronica Kaup-Hasler (Wiener Stadträtin für Kultur und Wissenschaft), Antje Contius (S. Fischer Stiftung) und Josef Winkler (Österreichischer Kunstsenat).

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Mittwoch, 03.11.2021, 19:00 Uhr
Ort: Österreichische Gesellschaft für Literatur

Thomas Wild:
»ununterbrochen mit niemandem reden. Lektüren mit Ilse Aichinger« (S. Fischer Verlag)

»Thomas Wild hat keine Biographie geschrieben. Was er macht, ist viel einfacher und schöner: Er liest. Er liest feinsinnig und genau die berühmten Texte, er liest unbekanntes Archivmaterial, und er liest den bewegenden Briefwechsel mit der Schwester. Was dabei sichtbar wird, ist eine überraschend aktuelle Poetik der Vielsprachigkeit und Ethik der Gastfreundschaft.« (Verlag)

Moderation: Christine Ivanovic

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Donnerstag, 04.11.2021, 19:00
Ort: Österreichische Gesellschaft für Literatur

Drei Zwillinge. Ilse Aichingers Briefwechsel mit Ingeborg Bachmann und Helga Michie

»›Ich schreib für Dich und jedes Wort aus Liebe‹.
Helga und Ilse Aichinger. Briefwechsel zwischen Wien und London 1939-1947« (Hg. von Nikola Herweg; Edition Korrespondenzen)

»›halten wir einander fest und halten wir alles fest‹. Ingeborg Bachmann – Ilse Aichinger – Günter Eich.
Der Briefwechsel« (Hg. von Irene Fußl und Roland Berbig, ›Salzburger Bachmann Edition‹; Piper/Suhrkamp)

Roland Berbig, Irene Fußl und Nikola Herweg stellen die Briefwechsel vor und zeigen ausgewählte Bildmaterialien.

Lesungen: Anne Bennent und Andrea Eckert

Moderation: Manfred Müller

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Montag, 08.11.2021, 19:00 Uhr
Ort:
Alte Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien

»Ilse Aichinger Wörterbuch« (Hg. von Birgit Erdle und Annegret Pelz; Wallstein Verlag)

Lesungen und Gespräch mit den Herausgeberinnen
Birgit Erdle und Annegret Pelz sowie mit Ann Cotten, Katja Gasser, Bodo Hell, Theresia Prammer, Gisela Steinlechner und Reto Ziegler

Programmdetails: www.alte-schmiede.at

LITERATUR.GESCHICHTE

»… nur dass ich fortging und auf Dauer.«
Gedenkabend für Fedia Filkova (10.03.1950 – 16.12.2020)

Die Germanistin Fedia Filkova hat tragfähige Verbindungen hergestellt, zwischen Bulgarien, Österreich und Deutschland; sie hat der deutschsprachigen Literatur in Bulgarien eine Stimme gegeben.

Mirela Ivanova, Lyrikerin, Übersetzerin und Direktorin des Ivan Vazov-Museums in Sofia, war über Jahrzehnte eine enge Freundin, Andreas Tretner hat Fedia Filkovas Texte großartig ins Deutsche übertragen, Klemens Renoldner wurde ein Freund in ihren gemeinsamen Berliner Tagen und mit Antje Contius verband sie eine enge Zusammenarbeit, die über das Netzwerk ›TRADUKI‹ hinausging.

Naemi Latzer liest aus Fedia Filkovas Gedichtband »Nachtgras« (Drava, 2013).

Moderation: Annemarie Türk

Gemeinsam mit TRADUKI/Common Ground

INTERNATIONALE LITERATURDIALOGE

Die Österreich-Bibliotheken oder: Wie trägt man österreichische Literatur in die Welt?

Podiumsgespräch mit Alexander Belobratow (Leiter der Österreich-Bibliothek St. Petersburg), Joanna Drynda (Österreich-Bibliothek Posen), Jaroslaw Lopuschanskyj (Leiter der Österreich-Bibliothek Drohobytsch) und Giovanni Sampaolo (Germanist und Experte für literarisches Übersetzen, Universität Roma Tre).
Moderation: Manfred Müller


›Internationale Literaturdialoge‹ – eine Initiative des Außenministeriums und der Österreichischen Gesellschaft für Literatur

Vorstellung der Initiative mit Beispielen aus allen 16 ausgezeichneten Projekten

Stefan Kutzenberger spricht über sein von Gedichten Egon Schieles ausgehendes Projekt ›Die blaue Dame im Grünen. Bilder aus dem Text‹, das er gemeinsam mit der künstlichen Intelligenz ›DALL-E‹ (›Open AI‹, Silicon Valley, USA) und dem ›Open Austria Art + Tech Lab‹ (San Francisco, USA) verwirklichen wird.

Moderation: Regina Rusz (BMEIA), Manfred Müller

In Kooperation mit dem BMEIA im Rahmen von und gemeinsam mit der Buch Wien 21

EUROPA.LITERATUR

Von Skopje nach Ljubljana, vom Vardar zum Triglav

Rumena Bužarovska:
»Mein Mann. Stories« (Übersetzt a.d. Mazedonischen: Benjamin Langer; Suhrkamp)

Goran Vojnović: »Tschefuren raus! oder Warum ich wieder mal zu Fuß bis in den zehnten Stock musste« (Übersetzt a. d. Slowenischen: Klaus Detlef Olof; Folio)

Schwierige Eheverhältnisse in Skopje und das traurige Los von wütenden und entwurzelten Vorstadtkindern
in Ljubljana – davon erzählen die neuen Bücher von Rumena Bužarovska und Goran Vojnović.
Während die mazedonische Autorin die Form der Kurzgeschichte wählt, bevorzugt Goran Vojnović den Roman – beiden gemeinsam ist eine beeindruckende erzählerische Kraft.

Mit Rumena Bužarovska und Goran Vojnović
Übersetzung: Sandra Jakimovska und Klaus Detlef Olof

Deutsche Lesung: Nikolaus Kinsky

Moderation: Sophie Weilandt

In Zusammenarbeit mit TRADUKI/Common Ground und JAK, im Rahmen von und gemeinsam mit der Buch Wien 21.

LITERATUREN DER WELT

Tomer Gardi: »Eine runde Sache« (Zur Hälfte aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer/Droschl)
»Zwei Künstler aus zwei unterschiedlichen Jahrhunderten reisen durch sprachliche und kulturelle Räume und sind immerzu in Bewegung. Fremdheitserfahrungen, Identität, das Leben als Künstler und jede Menge Politik sind die großen Themen des Romans, in dem sich die beiden Handlungsstränge gegenseitig spiegeln.« (Verlag)

Zsuzsanna Gahse: »Bergisch teils farblos« (Edition Korrespondenzen)
»Unterwegs in nicht nur freundlichen Alpengegenden sammelt Zsuzsanna Gahse in unterschiedlichen Hotels und Berghütten Porträts von Besuchern und den heimischen Gastgebern.« In über 500 Aufzeichnungen »entsteht ein lebendiges Panorama der Bergwelten, eine vielschichtige Typologie des ›Bergischen‹«. (Verlag)

Moderation: Ursula Ebel

AUTORINNEN.LEXIKON

AM 101. GEBURTSTAG PAUL CELANS

Paul Celan: »›etwas ganz und gar Persönliches‹ –
Die Briefe 1934-1970« (Ausgewählt, herausgegeben und kommentiert von Barbara Wiedemann/Suhrkamp)

Cornelius Hell stellt den Band vor,
Bettina Rossbacher liest.

»691 Briefe, davon 330 bisher unpubliziert, an 252 Adressaten, offenbaren eine Vielzahl bisher verborgener biografischer Fakten, ermöglichen eine Präzisierung seiner Poetologie und zeigen ihn zugleich als Menschen in seinem ganz gewöhnlichen Alltag.« (Verlag)

Danach zeigt Susanne Ayoub ihren Film »Antschel«
(mit Klaus Demus / Sound: Heiland & Strigoi) und spricht über Klaus Demus und Paul Celan.

Moderation und Gespräch: Manfred Müller
Gemeinsam mit dem IWM

SYMPOSION

Donnerstag, 25.11.2021, 09:00-18:00 Uhr,
Freitag, 26.11.2021, 09:00-14:00 Uhr

Kontinuität und Wandel: Neue Ansätze zur Buchgeschichte der Habsburgermonarchie im langen 18. Jahrhundert

Die von der ›Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts‹ ausgerichtete internationale Tagung diskutiert neue Perspektiven auf die Buchgeschichte der Habsburgermonarchie vom ausgehenden 17. bis ins 19. Jahrhundert. Im Mittelpunkt der Vorträge stehen die Akteure des Buchhandels, Distributionsnetzwerke, die obrigkeitliche Zensurpolitik, Bibliotheken und Buchbesitz sowie die Genres des frühneuzeitlichen Buchmarktes.

Tagungsleitung: Mona Garloff (Universität Innsbruck) und Thomas Wallnig (Universität Wien).

Das detaillierte Programm finden Sie auf der Website tba
Die Veranstaltung wird gestreamt, neben den Referent*innen werden auch rund 15 Personen in Präsenz teilnehmen können.
Anmeldung: office(at)ogl.at, cc thomas.wallnig@univie.ac.at.
Eine Tagung der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts

TAG DES 18. JAHRHUNDERTS

Der ›Tag des 18. Jahrhunderts‹ ehrt in diesem Jahr sein langjähriges Mitglied Prof. Grete Walter-Klingenstein
sowie die Gewinner*innen der 2020 vergebenen ›Franz-Stephan-Preise‹.

Obmann Thomas Wallnig moderiert die Veranstaltung, eine musikalische Darbietung vor Ort umrahmt das Programm, und Video-Einspielungen ergänzen es dort, wo eine physische Anwesenheit der Sprechenden nicht möglich ist.

Die Veranstaltung soll gleichzeitig gestreamt werden. Neben den Beteiligten kann auch eine beschränkte
Anzahl an Interessierten in Präsenz teilnehmen.
Anmeldung: office(at)ogl.at, cc thomas.wallnig@univie.ac.at.
Gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts

TACHELES

TERÉZIA MORA
Alle Tage schreiben

Spätestens mit ihrer Darius-Kopp-Trilogie hat Terézia Mora sich nachdrücklich als literarische Diagnostikerin unserer Gegenwart  empfohlen.

Nach dem ›Georg Büchner-Preis‹ ist nun ihr pointiert-nachdenkliches ›Tage- und Arbeitsbuch‹ »Fleckenverlauf« erschienen: »Glück ist, in den Kalender zu schauen und keine Termine für den Rest der Woche zu sehen.«

Stoff genug, um daraus zu lesen und mit Daniela Strigl Tacheles zu reden.

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Isabella Feimer: »Cadavre exquis. Erzählung« (Bildkom-positionen von Manfred Poor; mit einer Betrachtung von Martin Plattner)
Das Triptychon ist von Leben und Werk der Schriftstellerin und Malerin Leonora Carrington (1917-2011) inspiriert und führt es in eigenen surrealistischen Wegen in Wort und Bild verschlungen abenteuerlich in die Gegenwart.

Simone Hirth: »365 Tassen Kaffee mit der Poesie« (Prosaminiaturen. Mit Illustrationen von Renate Stockreiter; beide Literaturedition Niederösterreich)
Simone Hirth zeigt ein Jahr lang in Form von Prosaminiaturen, dass ein Leben mit der Poesie nicht nur Rückzug und Kontemplation bedeutet, sondern gleichzeitig Partizipation, Interaktion und Fortschrittlichkeit, wenn auch nur im allerkleinsten Rahmen.

Moderation: Ines Scholz
Gemeinsam mit der Literaturedition Niederösterreich

DA CAPO

LITERATUR IM CAFÉ CENTRAL

Christoph Wurmdobler: »Ausrasten. Erzählungen« (Czernin)
Diese »Erzählungen versammeln außergewöhnliche Persönlichkeiten aus Wien, deren größte Gemeinsamkeit die Stadt ist, in der sie leben.« (Verlag)

Tom Zürcher: »Liebe Rock« (Picus)
»Ein sympathischer Hochstapler und seine Nöte:
Wie man einen Bestseller schreibt und dabei sein Leben immer weiter vermurkst.« (Verlag)

Moderation und Gespräch: Ursula Ebel
Gemeinsam mit dem Café Central
ORT: Café Central, Arkadenhof, 1010 Wien, Herrengasse 14. Bitte benutzen Sie den Seiteneingang in der Herrengasse!

AUTOREN.LEXIKON

Werner Kofler – zum 10. Todestag

»Werner Kofler ist einer der am meisten verkannten Autoren Österreichs. Alles, was Berühmtere können
und konnten, das konnte er besser.« (Elfriede Jelinek)

Der Schriftsteller Werner Kofler starb am 8.12.2011. Die Veranstaltung nimmt den 10. Todestag als Anlass, an diesen großen Satiriker und Sprachkünstler zu erinnern. Der Abend stellt Unbekanntes und Unveröffentlichtes aus Koflers Schaffen der 1970er Jahre in den Mittelpunkt:

Antonio Fian liest nicht Ediertes sowie Texte, die er in seiner Literaturzeitschrift ›Fettfleck‹ ab 1976 veröffentlichte. Das anschließende Gespräch mit Wolfgang Straub, Mitherausgeber der Kofler-Werkausgabe, beleuchtet die Entwicklung eines singulären Œuvres der österreichischen Literatur.

Moderation: Manfred Müller

LITERATUREN DER WELT

Alexander Nitzberg (Hg. und Übersetzer): »Revolution der Sterne. Eine Anthologie russischer Dichtung der Gegenwart – russisch/deutsch« (Klever)

»Zeitgenössische russische Lyrik ist abseits der Literaturzeitschriften und -festivals immer noch eine große Unbekannte. In seiner Anthologie ›Revolution der Sterne‹ versammelt Alexander Nitzberg nun dreißig Stimmen aus Moskau und St. Petersburg, die im heutigen Russland Gehör finden. Darunter laute wie auch leise, bekanntere wie auch obskurere, klassische wie auch experimentelle.« (Verlag)

Der Herausgeber und Übersetzer stellt das Buch vor und spricht mit Julya Rabinowich über russische Lyrik im Spannungsfeld zwischen Tradition und Avantgarde.

Moderation: Ursula Ebel

LESE.AUSLESE

Zum Jahresende präsentieren und kommentieren Katja Gasser und Cornelius Hell im Rahmen einer ganz persönlichen Bücherschau ihre Favoriten unter den literarischen Neuerscheinungen aus den Herbst-programmen deutschsprachiger Verlage.

Moderation und Gespräch: Manfred Müller