Namensliste

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Biographie

Hans Weigel

(1908-1991) war ein freier Schriftsteller und bis 1962 Theaterkritiker. Er lebte in Wien, ausgenommen von 1938 bis 1945, als er im Exil in der Schweiz überlebte. Vor dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistisch Deutsche Reich, 1938, arbeitete er an Wiener Kleinkunstbühnen. Danach ging er bis 1945 in die Schweiz. Nach seiner Rückkehr schrieb er auch Rezensionen, vor allem für Kurier und Neues Österreich. Zusammen mit Friedrich Torberg war er für den jahrelangen Boykott Bertolt Brechts auf österreichischen Bühnen verantwortlich, den er wegen dessen kommunistischer Weltanschauung ablehnte. Von 1951 bis 1954 gab er die Anthologiereihe ›Stimmen der Gegenwart‹ heraus, in der er vor allem junge Autoren förderte, unter anderem Ingeborg Bachmann und Gerhard Fritsch. Heute ist er der Namensgeber des Hans-Weigel-Literaturstipendiums, welches jährlich vom Land Niederösterreich vergeben wird und mit 6.450 Euro dotiert ist. Ferner bearbeitete er Komödien Nestroys für das Wiener Theater, dazu sämtliche Komödien Molières, die er neu in gereimte Alexandriner übersetzte. Ab den frühen 1980er Jahren initiierte er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Elfriede Ott die Nestroyspiele auf Burg Liechtenstein. Als Sprachkritiker reihte er sich ein in die Tradition österreichischer sprachskeptischer Autoren (»Die Leiden der jungen Wörter«, 1974). Durch seine Rezensionen in der FAZ machte er in Deutschland die Werke von Elazar Benyoëtz bekannt. Erschienen sind: »O du mein Österreich. Versuch des Fragmentes einer Improvisation für Anfänger und solche die es werden wollen«. (1956); »Lern dieses Volk der Hirten kennen. Versuch einer freundlichen Annäherung an die Schweizerische Eidgenossenschaft« (1962); »Karl Kraus oder Die Macht der Ohnmacht. Versuch eines Motivenberichts zur Erhellung eines vielfachen Lebenswerks« (1968); »Die Leiden der jungen Wörter. Ein Antiwörterbuch« (1974); »Das Land der Deutschen mit der Seele suchend« (1983); »Niemandsland. Ein autobiographischer Roman« (Hrsg. von Elfriede Ott und Veronika Silberbauer, 2006).