Programm Mai / Juni 2015

AUTORENLEXIKON

KARL TSCHUPPIK

Karl Tschuppik: »Ein Sohn aus gutem Haus. Mit einem Vorwort von Joseph Roth« (Milena)

Ein 1937 erstmals erschienener Roman über das Schicksal einer Wiener Familie als grandioses Panorama der ersten Jahre des 20. Jhdts. bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs – geschrieben von einem heute fast vergessenen, damals hochrenommierten Journalisten und Autor, dessen Werke aufgrund seines expliziten Antinationalismus der Nazi-Bücherverbrennung zum Opfer fielen.

Zu Autor und Buch spricht Stefan Gmünder.
Lesung: Bettina Rossbacher

Moderation: Manfred Müller

EUROPA.LITERATUR

ÜBERWACHUNG

Seit über 10 Jahren werden die Gesellschaften des Westens mit Terrorwarnungen überschüttet. Die sogenannte ›innere Sicherheit‹ ist angeblich in Gefahr. Als direkte Folge dieser Gefahr wird das Grundrecht auf Privatsphäre stetig weiter ausgehöhlt und westliche Geheimdienste streben eine umfassende Überwachung ihrer BürgerInnen an – was aufgrund der Allgegenwart digitaler Kommunikation in den Bereich des Möglichen rückt.

Die vier AutorInnen Rick Reuther, Frank Ruf, Christian Schloyer und Johanna Wieser präsentieren Texte zu dieser Entwicklung.

Moderation: Ursula Ebel

TEXT.BEGEGNUNGEN

Ins Festland geflochten – Narben des Schnees


Rolf Hermann & Sophie Reyer
lesen Gedichte und sprechen über Unterschiede und Gemeinsamkeiten ihrer Poesie und Arbeitsweisen.

Moderation: Semier Insayif

SYMPOSION

ÖSTERREICHISCHE LITERATUR AUS JAPAN

In der über zwanzigjährigen Tradition der Einladungen österreichischer Autoren und Autorinnen nach Japan ist eine Fülle von Texten entstanden, in die die Erfahrungen mit dem fernöstlichen Land eingegangen sind oder die sich als ganze ihnen verdanken. Nicht wenige von ihnen haben die Eindrücke ihres Aufenthalts in ein eigenes Buch gefasst. Bei anderen haben sie Spuren unterschiedlicher Intensität in verschiedenen Texten hinterlassen.
Die Veranstaltung stellt das Phänomen ›Österreichische Literatur aus Japan‹ aus verschiedenen Blickwinkeln vor.
Konzept: Christine Ivanovic

Programm:

15:30 Uhr
Begrüßung/Einführung: 
Manfred Müller und Christine Ivanovic

16:00 Uhr
Christine Ivanovic (Universität Wien), Masahiko Tsuchiya (Universität Nagoya) und Hiroshi Yamamoto (Universität Tokio) stellen das Phänomen ›Österreichische Literatur in Japan‹ aus unterschiedlichen Blickwinkeln vor – Texte, Initiativen, aber auch Übersetzungsbedingungen.

19:00 Uhr
Lydia Mischkulnig, Doron Rabinovici und Kathrin Röggla lesen Texte, in denen Eindrücke aus ihren Japan-Aufenthalten verarbeitet wurden oder die deren Spuren in unterschiedlicher Intensität in sich tragen.

Im Anschluss führen alle Lesenden und Vortragenden ein gemeinsames Podiumsgespräch.

Moderation: Christine Ivanovic
In den Pausen Kaffee und Erfrischungen

DER GLÄSERNE VORHANG

JAROSLAV RUDIŠ

Der erste Abend einer neuen Gesprächsreihe, zu der Cornelius Hell mehrmals jährlich renommierte AutorInnen aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa lädt.

Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die Eingeladenen und ihr Werk, aber – ein Vierteljahrhundert nach dem Fall des Eisernen Vorhangs – auch viele andere Themen, wie die gegenseitige Kenntnis und Wahrnehmung in ›West‹ und ›Ost‹, Traditionen, Vorurteile, historische Belastungen, neue und alte Produktionsbedingungen und vieles mehr.

Jaroslav Rudiš, einer der international bekanntesten tschechischen Autoren seiner Generation, liest aus seinem Roman »Vom Ende des Punks in Helsinki« (Ü: Eva Profousová; Luchterhand) und spricht mit Cornelius Hell.

Moderation: Manfred Müller

AUTORENLEXIKON

FRANZ KAFKA

Reiner Stach: »Kafka. Die frühen Jahre« (S. Fischer)

Mit der Darstellung von Franz Kafkas Kindheit, Jugend, Studium und ersten Berufsjahren schließt Reiner Stach seine monumentale, dreibändige Biographie ab.
»Reiner Stachs Kafka-Biographie genießt schon jetzt den Ruf eines internationalen Standardwerks, das die Möglichkeiten der literarischen Biographie neu ausgelotet hat. Erneut bietet Reiner Stach ein erzählerisch dichtes und farbiges Panorama der Zeit und zugleich die einfühlsame Studie eines außergewöhnlichen Menschen.« (Verlag)

Moderation: Manfred Müller
Gemeinsam mit der Österreichischen Franz Kafka Gesellschaft
Im Anschluss Erfrischungen

LITERATUR.GESCHICHTE

Egon Schwarz: »Wien und die Juden. Essays zum Fin de siècle« (C.H. Beck)

»Werfel, Schnitzler, Kraus, Freud: Die Reihe der jüdischen Intellektuellen, die nicht nur das Wiener Geistesleben um 1900 geprägt haben, lässt sich fast beliebig lange fortsetzen. Egon Schwarz beleuchtet die sozio- und kulturhistorischen Gründe dieses Phänomens.« (Verlag)
»Ich betrachte es als folgerichtig, dass sowohl Hitler wie Herzl von hier ihren Ausgang genommen haben.« (E. Schwarz)

Lesung aus dem Buch und Gespräch mit Egon Schwarz: Richard Schrodt

Moderation: Marianne Gruber

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Reinhold Aumaier: »Schöpfe Leere aus dem Vollen. 99 ZEN-suren« (Klever)
»Die vier- oder fünfzeiligen Zen-Suren sind Exerzitien der Entschleunigung und Entschlackung von Seele und Geistern, zugleich emphatischer Aufruf zur Teilhabe, Verinnerlichung und Vertiefung – ZEN-sibilität ...« (Verlag)

Gerhard Jaschke: »KURUMBA oder Die nicht geschriebenen Sätze. Strähnen – Stränge – Fäden« (Sonderzahl)
Ein poetisch-autobiografischer Text, der wild vor sich hin wuchert, »andererseits wohl organisiert (im Sinne von ›organisch‹)« ist. »Wenn die Not des Lebens am höchsten, ist die Rettung durch die Sprache am nächsten.« (Verlag)

Moderation: Manfred Müller

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Dietmar Krug: »Rissspuren«
»Dietmar Krug erschafft in seinem zweiten Roman kein dörfliches Idyll, aber auch keine Provinzhölle. Einfühlsam und bildkräftig erzählt er die Geschichte einer Kindheit und Jugend in der rheinischen Provinz der 60er- und 70er Jahre.« (Verlag)

Marlen Schachinger: »Albors Asche« (beide Otto Müller Verlag)
Valerian beobachtet alles, was in Albor vor sich geht, und notiert es akribisch in seiner Chronik. Als eines Morgens eine Fremde mit bodenlangem roten Haar auftaucht, nehmen Veränderungen ihren Lauf, unaufhaltsam, denn: »In Albor wird Andersartigkeit nicht hoch geschätzt«. (Verlag)

Moderation: Ursula Ebel

KOLIKSLAM

JUNGE DEUTSCHSPRACHIGE LITERATUR

Es lesen Petra Piuk, Susanne Mi-Son Quester und Katharina Riese.

Moderation: Karin Fleischanderl (›kolik‹)

LITERATUR.GESCHICHTE

FRANZ KAFKA

Anlässlich des 91. Todestages Franz Kafkas ist der Studien- und Gedenkraum in seinem Sterbehaus, dem ehem. ›Sanatorium Hoffmann‹, ab 10 Uhr geöffnet.

Den Ausklang bildet ab 18 Uhr ein kurzer Vortrag über Kafkas letztes Lebensjahr sowie die Rezitation ausgewählter Erzählungen mit teilweise szenischen Elementen.

Gestaltung: Charlotte Spitzer, unter Mitwirkung von Ziga Jereb

Veranstaltungsort: Kafka-Studien- und Gedenkraum,
3400 Kierling/Klosterneuburg, Hauptstraße 187
EINTRITT FREI
Eine Veranstaltung der Österreichischen Franz Kafka Gesellschaft

AUTORENLEXIKON

MICHAEL GUTTENBRUNNER

»Michael Guttenbrunner über Bildende Kunst und Architektur«, hrsg. und kommentiert von A. Bäumer (Ritter)

Angelica Bäumer, die Herausgeberin, stellt den Band vor und spricht mit Klaus Amann über Michael Guttenbrunners Verhältnis zu den Künsten.

Lukian Guttenbrunner liest ausgewählte Stellen aus Briefen und Essays Guttenbrunners.

Moderation: Ursula Ebel

EUROPA.LITERATUR

Rüdiger Görner liest aus und spricht zu »Nausikaa oder Die gefrorenen Wellen« (Sonderzahl)

»... ein Roman über das Aufwachsen im Deutschland der Zwischenkriegszeit, über die Entwicklung und die Abwehr der Körperlichkeit, ein Migrations- und Exilroman, ein luzides Porträt der englischen Gesellschaft der dreißiger Jahre ...« (Verlag)

Im Anschluss führt Katharina Prager ein Gespräch mit dem Autor zum Thema Exil in seinem Roman.

Moderation: Marianne Gruber
Gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung

EUROPA.LITERATUR

Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki liest aus »Tumor linguae. Gedichte« (Übersetzung: Michael Zgodzay, Uljana Wolf; Edition Korrespondenzen)

»... eine der großen unverwechselbaren Stimmen der europäischen Poesie, wählt gesellschaftliche Randzonen als Schauplätze seiner Gedichte ... In immer neuen Anläufen, durch Wiederaufnehmen von Versen und Satzfragmenten versuchen sie ins Zentrum des Nichtfassbaren vorzudringen.« (Verlag)

Michael Zgodzay, der Autor des Nachworts, spricht zum Werk Tkaczyszyn-Dycki und liest die Gedichte in deutscher Sprache.

Moderation: Manfred Müller
Gemeinsam mit dem Polnischen Institut

5th UNI.VIE.SLAM.POETRIE

Das diesjährige Motto des Wortfests lautet,
dem Jubiläum der Universität Wien entsprechend: 

650 Jahre, 650 Worte

Konzeption/Organisation: Anna Babka, Peter Clar
In Kooperation mit und moderiert von Markus Köhle

Veranstaltungsort: Campus der Universität Wien, 1090 Wien,
Spitalgasse 2 - 4

Weitere Informationen zur Veranstaltung, alle Kooperationspartner und Förderer finden Sie hier.

NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

KRIMINALROMANE

Peter Oberdorfer: »Schweres Gift« (Aufbau Taschenbuch).
»Ein Wien-Krimi mit einem Kommissar, der ohne Rücksicht auf den allgegenwärtigen Mief ermittelt. Bis zur Zwangsbeurlaubung. Dann erst kommen die Dinge wieder ins altbe-
kannte Lot und das Imperium schlägt zurück.« (Verlag)

Reinhard Kleindl: »Gezeichnet« (Haymon TB)
»Chefinspektor Franz Baumgartner, Leiter der Mordgruppe in Graz, rechnet noch in Schilling und glaubt unbeirrbar an das Gute – bis am Mathematikinstitut der Universität eine Reinigungskraft grausam ermordet wird.« (Verlag)

Moderation: Manfred Müller

LESE.AUSLESE

Katja Gasser und Cornelius Hell präsentieren und kommentieren literarische Neuerscheinungen.

Moderation: Marianne Gruber
Im Anschluss Erfrischungen.