LESUNGEN FÜR ZUHAUSE

Historische Veranstaltungen aus der Österreichischen Gesellschaft für Literatur

Um die veranstaltungsfreie Zeit mit literarischen Stimmen zu füllen, postet die Literaturgesellschaft nun jeden Tag eine Lesung, die bei uns stattgefunden hat, zum Nachhören zu Hause. Sie finden die Lesungen auf unseren sozialen Medien-Kanälen:

Facebook:
https://www.facebook.com/Literaturgesellschaft/

Instagram: https://www.instagram.com/literaturgesellschaft/
Twitter: https://twitter.com/litgesellschaft


HIER EINE ÜBERSICHT:


16.03.2020
LESUNGEN FÜR ZUHAUSE #1    

Andreas Okopenko: »Die Belege des Michael Cetus« 



Andreas Okopenko (1930-2010) hätte gestern, am 15.3., seinen 90 Geburtstag gefeiert. Er zählt zu den wichtigsten österreichischen Autoren der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – allerdings, völlig zu Unrecht, nicht zu den bekanntesten.

In der Literaturgesellschaft trat er zwischen 1963 und 2009 insgesamt neunzehn Mal auf, unter anderem am 22.3.1966, als er anlässlich der Verleihung des Anton Wildgans-Preises aus der zu diesem Zeitpunkt noch unveröffentlichten Erzählung »Die Belege des Michael Cetus« las:
https://www.mediathek.at/atom/01782A32-1D5-00A1A-00000BEC-01772EE2


***

17.03.2020
LESUNGEN FÜR ZUHAUSE #2



Hilde Spiel: »Die Welt im Widerschein« (Einführung: Heimito von Doderer)

Österreichische Gesellschaft für Literatur, 1. Oktober 1965
https://www.mediathek.at/atom/015D7BBC-1AD-001A4-00000D20-015CD0E3



Hilde Spiel (1911-1990) galt als Grand Dame der österreichischen Nachkriegsliteratur. Sie veröffentlichte Romane, Erzählungen, Essays und eine großartige Autobiografie in zwei Bänden (»Die hellen und die finsteren Zeiten«, 1989 und »Welche Welt ist meine Welt«, 1990). Zudem war sie eine der einflussreichsten Literaturkritikerinnen im deutschen Sprachraum.

In der Literaturgesellschaft trat sie zwischen 1964 und 1982 fünfzehn Mal auf. 
Am 1. Oktober 1965 las sie aus ihren Essays »Die Welt im Widerschein«. 
Ein besonderes Zuckerl ist die Einführung Heimito von Doderers, den mit Hilde Spiel eine lange Freundschaft verband. Nicht zuletzt war ihre euphorische Rezension seiner »Strudlhofstiege« ein wichtiger Grundstein seiner großen Karriere ab 1951 gewesen.  

***

18.03.2020
LESUNGEN FÜR ZUHAUSE #3



Otto Grünmandl und Theo Peer: »Meinungsforschung im Gebirge«

Österreichische Gesellschaft für Literatur, 2. März 1973
https://www.mediathek.at/atom/01782986-140-007FC-00000BEC-01772EE2



Otto Grünmandl (1924-2000) war Schriftsteller, Kabarettist und Volksschauspieler. Gemeinsam mit Theo Peer führte er ab 1970 »Alpenländische Interviews« durch, die auf Ö3, später auch in vielen anderen Sendern ausgestrahlt wurden. Sie machten ihn im ganzen deutschsprachigen Raum populär.
Weitere Informationen zu Otto Grünmandl finden Sie im ›Lexikon Literatur in Tirol‹:  https://orawww.uibk.ac.at/apex/uprod/f?p=TLL:2:0::::P2_ID:219
In der Literaturgesellschaft trat er zwischen 1972 und 1985 dreimal auf.
Am 2. März 1973 führte er gemeinsam mit Theo Peer im Rahmen des ›literarischen Faschings‹ Interviews aus »Meinungsforschung im Gebirge« auf.

***

19.03.2020
LESUNGEN FÜR ZUHAUSE #4



Barbara Frischmuth: »Die Mystifikationen der Sophie Silber« (einführendes Gespräch: Wolfgang Kraus)

Österreichische Gesellschaft für Literatur, 1. Oktober 1976
https://www.mediathek.at/atom/017829E7-131-00938-00000BEC-01772EE2



Barbara Frischmuth (geb. 1942) zählt seit vielen Jahren zu den wichtigsten österreichischen Autorinnen. 

»Die Klosterschule«, ihr erster Roman, erschien 1968, ihr bislang letzter, »Verschüttete Milch«, im Jahr 2019. Dazwischen veröffentlichte sie mehr als 50 Bücher, darunter zahlreiche Kinderbücher, aber auch Theaterstücke, Hörspiele und vieles mehr.
In der Literaturgesellschaft trat sie seit 1968 bisher 24 Mal auf. 

Am 1. Oktober 1976 stellte sie im Rahmen einer Veranstaltung der Literaturgesellschaft ihren Roman »Die Mystifikationen der Sophie Silber« vor. Am Beginn der Aufnahme ist sie im Gespräch mit Wolfgang Kraus, dem Gründer und damaligen Leiter der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, zu hören.

***

20.03.2020
LESUNGEN FÜR ZUHAUSE #5



Frederic Morton: »Ewigkeitsgasse« (einführendes Gespräch: Wolfgang Kraus)

ÖGfL-Veranstaltung im Hotel Hilton International, Am Stadtpark, 27. Oktober 1987
 https://www.mediathek.at/atom/0174351D-339-01BD1-00000DBC-01733A62



Frederic Morton, geb. Fritz Mandelbaum, (1924 – 2015) floh 1939 mit seiner Familie aus Wien nach England und emigrierte schließlich 1940 in die USA. Nach seinen Studien der Nahrungsmittelchemie und Literaturwissenschaft arbeitete Frederic Morton als freier Schriftsteller sowie als Kolumnist u.a. bei ‚The New York Times’.

Zu seinen berühmtesten Werken gehören u.a. das Familienporträt »Die Rothschilds« (1962; dt. 1962), das auch als Vorlage für ein Broadway-Musical diente, sowie seine Romane »Ein letzter Walzer« (1979; dt. 1981 bzw. 1997) und »Ewigkeitsgasse« (1984; dt. 1996).


Als Gast der Literaturgesellschaft trat er zwischen 1987 und 2004 dreimal auf.

Am 27.10.1987 las Frederic Morton im Hotel Hilton International im Zuge einer Veranstaltung der Literaturgesellschaft aus seinem Roman »Ewigkeitsgasse«. Am Beginn der Aufnahme ist er im Gespräch mit Wolfgang Kraus zu hören.


***

23.03.2020
LESUNGEN FÜR ZUHAUSE #6



Marcel Reich-Ranicki: »Die deutschen Schriftsteller und die deutsche Wirklichkeit«

Österreichische Gesellschaft für Literatur, 24. Oktober 1966

https://www.mediathek.at/atom/017829B6-3DC-0089C-00000BEC-01772EE2 



Marcel Reich-Ranicki (1920-2013) war Autor, Publizist und einer der angesehensten und einflussreichsten Literaturkritiker der Nachkriegszeit.
Ende der achtziger Jahre entwickelte er zusammen mit dem ZDF ›Das Literarische Quartett‹. In dieser Sendung etablierte er gemeinsam mit Helmuth Karasek und Sigrid Löffler, die nach einem Zerwürfnis durch Iris Radisch ersetzt wurde, Literaturkritik in der breiten Öffentlichkeit.

Vor allem seine Verrisse waren unter AutorInnen gefürchtet und brachten ihn u.a. in Konflikt mit Martin Walser und Peter Handke. Ersterer verarbeitete das angespannte Verhältnis zu Reich-Ranicki schließlich 2002 im Roman »Tod eines Kritikers«: https://www.derstandard.at/story/973130/noch-ein-fegefeuer-der-eitelkeiten


In der Literaturgesellschaft trat er zwischen 1964 und 1983 achtmal auf.

Am 24. Oktober 1966 sprach er über Hauptthemen und AutorInnen der Nachkriegszeit. Nachdem das geplante Round-Table-Gespräch zum Thema ›Literatur als Tradition und Revolution‹ (24. bis 26. Oktober 1966) abgesagt wurde, hielt er nicht nur diesen Vortrag, sondern äußerte sich auch kritisch zu den möglichen Gründen der Absage:https://www.zeit.de/1966/42/wiener-kongress-1966-abgesagt/komplettansicht  

***

24.03.2020
LESUNGEN FÜR ZUHAUSE
#7

Friederike Mayröcker liest u.a. aus »Minimonsters Traumlexikon« (Rowohlt).
Ernst Jandl liest u.a. aus »Sprechblasen« (Luchterhand).
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 17. Jänner 1969
https://www.mediathek.at/atom/14BBD339-3A3-0008F-00000588-14BB2939

Neben Passagen aus den genannten, eben erschienenen Büchern lasen beide unveröffentlichte Texte, darunter u.a. Jandls berühmtes, erst 1970 publiziertes Gedicht »Ottos Mops« (bei ca. 36:20).

Ernst Jandl (1925 – 2000) trat zwischen 1966 und 1992 vierzehn Mal in der Literaturgesellschaft auf, Friederike Mayröcker (geb. 1924) seit 1966 bisher 29 Mal, zuletzt im Jänner 2019.

***

25.03.2020
LESUNGEN FÜR ZUHAUSE #8

Erich Fried liest u.a. Gedichte aus »Die Freiheit den Mund aufzumachen«.
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 1. März 1972
https://www.mediathek.at/atom/01C6F416-0E3-00161-000002F0-01C63AD3

Erich Fried (1921-1988), der nächstes Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, gilt als einer der wichtigsten österreichischen AutorInnen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als Lyriker, Prosaautor und Übersetzer tätig, veröffentlichte er bereits im Alter von dreiundzwanzig Jahren seinen ersten Gedichtband »Deutschland«. Nachdem er 1938 ins englische Exil fliehen musste, kehrte er erstmals 1962 infolge einer Einladung von Wolfgang Kraus, dem damaligen Leiter der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, nach Österreich zurück.
Insgesamt trat er in der Literaturgesellschaft zwischen 1962 und 1987 zehn Mal auf.
Am 20. Oktober 1972 las Erich Fried u.a. Gedichte aus seinem zu diesem Zeitpunkt noch unveröffentlichten Gedichtband »Die Freiheit den Mund aufzumachen«.

***

26.03.2020
LESUNGEN FÜR ZUHAUSE #9

H. C. Artmann: »Das im Walde verlorene Totem«
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 18. November 1970
https://www.mediathek.at/atom/017828F2-2F4-0062A-00000BEC-01772EE2

H. C. Artmann (1921-2000) war Übersetzer, Schriftsteller und schillernder Lyriker. 
Ohne Brotberuf, dafür mit großem Charisma ausgestattet, mischte Artmann alle möglichen Gattungen. Als Mitglied der ›Wiener Gruppe‹ beschäftigte er sich gemeinsam mit Oswald Wiener, Konrad Bayer, Friedrich Achleitner und Gerhard Rühm mit Lautpoesie und visueller Lyrik. Sein Durchbruch gelang dem Dandy mit dem Gedichtband »med ana schwoazzn dintn«, in dem er sich der finsteren Seite der Wiener Gemütlichkeit näherte.
In der Literaturgesellschaft trat er zwischen 1964 und 1993 elfmal auf.
Am 18. November 1970 las er, neben anderen Texten, aus seinem Buch »Das im Walde verlorene Totem«.

***

27.03.2020
LESUNGEN FÜR ZUHAUSE #10

Elfriede Gerstl liest aus »Spielräume« (edition neue texte) und »Berechtigte Fragen« (Edition Literaturproduzenten, Jugend & Volk).
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 26. Februar 1974
https://www.mediathek.at/atom/01782B2E-2E4-00D34-00000BEC-01772EE2

Elfriede Gerstl (1932 – 2009), die die NS-Zeit als jüdisches Kind in verschiedenen Verstecken in Wien überlebte, veröffentlichte ab Mitte der 1950er Jahre Gedichte, Kurzprosa, Essays und Hörspiele. Sie war die einzige Frau im Kreis der ›Wiener Gruppe‹, lebte in den 1960er Jahren in Berlin und ab 1972 wieder in Wien. Elfriede Jelinek schreibt über sie:
»Ich verlange, dass die Werke Elfriede Gerstls die nächsten hundert Jahre (und noch viel länger) gelesen werden. Das ist eine Stimme in der österreichischen Literatur, die nie verstummen darf«. 

Ihre gesammelten Werke liegen seit 2017 in einer von Christa Gürtler, Helga Mitterbauer und Martin Wedl vorbildlich edierten fünfbändigen Ausgabe im Literaturverlag Droschl vor: https://www.droschl.com/autor/elfriede-gerstl/ 

In Veranstaltungen der Literaturgesellschaft trat sie zwischen 1968 und 2006 achtmal auf.
Am 26. Februar 1974 las sie u.a. ihr Gedicht »Schritte« (entstanden 1967).

***

30.03.2020
LESUNGEN FÜR ZUHAUSE #11


Wolfgang Kudrnofsky liest aus seinem satirischen Roman »Bubis Hochzeit oder die Unreifen« (einführende Worte: Hans Weigel)
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 7. April 1967
https://www.mediathek.at/atom/01782962-3A3-0078A-00000BEC-01772EE2

Wolfgang Kudrnofsky (1927-2010) war Schriftsteller, Fotograf, Journalist sowie Film- und Hörspielautor.

Bereits in den 1950er Jahren veröffentlichte er erste Prosa- und Theaterschriften in verschiedenen Tageszeitungen, auf die in den nächsten Jahren zahlreiche Werke wie u.a. »Bubis Hochzeit oder die Unreifen«, »Fall-Out« und »Vom Dritten Reich zum Dritten Mann« folgten.
Als Mitglied der Künstlervereinigung „Hundsgruppe“ sowie als Mitbegründer des „Radio Rot-Weiß-Rot“ baute er einen großen Bekanntenkreis auf, zu dem u.a. Arnulf Rainer, Luise Martini, Hans Weigel und Helmut Qualtinger zählten. Seine langjährige Freundschaft mit Qualtinger führte dazu, dass dieser einige seiner Texte vertonte, so u.a. auch 1972 Kudrnofskys bekannte Porno-Parodie »Fifi Mutzenbacher«, die er im Jahr zuvor unter dem Pseudonym Wolfgang Bertrand veröffentlicht hatte.

Zwischen 1967 und 2000 trat Wolfgang Kudrnofsky dreimal in der Literaturgesellschaft auf. Am 7. April 1967 stellte er seinen satirischen Roman »Bubis Hochzeit oder die Unreifen« vor und sprach dabei u.a. über die Schwierigkeiten, einen Verlag für die Veröffentlichung des Romans zu finden. In der Aufnahme sind außerdem Ausschnitte des durch Helmut Qualtinger auf Schallplatte eingelesenen Romans zu hören.
https://www.mediathek.at/atom/01782962-3A3-0078A-00000BEC-01772EE2/marker/00_23_29

***

31.03.2020
LESUNGEN FÜR ZUHAUSE #12

Michael Scharang: »Der Lebemann«
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 18. Oktober 1979
https://www.mediathek.at/atom/01782A9C-150-00B60-00000BEC-01772EE2

Michael Scharang (geb. 1941) ist Schriftsteller, Essayist, Drehbuch- und Hörspielautor. 
Nachdem der Sohn einer Arbeiterfamilie mit einer Arbeit über Robert Musils Dramen promovierte, schob er die bloße Theorie beiseite und engagierte sich auch in der Praxis auf literarischer, aber auch gesellschaftspolitischer Ebene. So war er nicht nur Gründungsmitglied der ›Grazer Autorinnen Autorenversammlung‹ und Mitglied des ›Forum Stadtpark‹, sondern auch bis 1978 KPÖ-Mitglied.

In der Literaturgesellschaft trat er seit 1967 bisher zehnmal auf.
Am 18. Oktober 1979 sprach er mit Wolfgang Kraus über das Schreiben von Drehbüchern und seinen neuen Roman »Der Lebemann«, aus dem er auch las.

***

01.04.2020
LESUNGEN FÜR ZUHAUSE #13

Elias Canetti liest sein Drama »Hochzeit«
Veranstaltung der Österreichischen Gesellschaft für Literatur im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses, 12. März 1969

Vorgespräch mit Reinhard Urbach: https://www.mediathek.at/portaltreffer/atom/063DE627-103-0013E-00000488-063D3F52/vol/23707/pool/BWEB/
Erster Teil der Lesung: https://www.mediathek.at/portaltreffer/atom/0140A326-329-0019F-000003F8-013FCFE2/pool/BWEB/
Zweiter Teil der Lesung: https://www.mediathek.at/portaltreffer/atom/139DFF85-3C6-001A3-00000904-139D13B9/pool/BWEB/

Elias Canetti (1905 – 1994), der 1981 den Nobelpreis für Literatur erhielt, ist vor allem für seinen Roman »Die Blendung« (1936), seine dreibändige Autobiografie (»Die gerettete Zunge«, 1977; »Die Fackel im Ohr«, 1980; »Das Augenspiel«, 1985) und sein philosophisches Werk »Masse und Macht« (1960), an dem er jahrzehntelang schrieb, berühmt. Da es unmöglich ist, auf diese ebenso beeindruckende wie komplexe Persönlichkeit in ein paar Sätzen einzugehen, sei auf ein großartiges, ausführliches Interview verwiesen, das André Müller im Dezember 1971 mit Canetti geführt hat: http://elfriedejelinek.com/andremuller/elias%20canetti.html

»Hochzeit«, Canettis erstes Theaterstück, ist 1931 – 1932 entstanden, wurde erst 1965 in Braunschweig uraufgeführt und löste einen Theaterskandal aus. Er selbst sagte zu seinem apokalyptischen Drama: "Die Sprache der Menschen in diesem Stück ist so, dass sie Verwirrung jeder Art ausdrückt, dass eine Figur nicht wirklich versteht, was die andere meint, jede nur sich selbst ausdrückt ... Es ist so, wie wenn Menschen in fremden Sprachen zueinander sprechen würden – ohne sie zu kennen; nur glauben sie, dass sie die Sprache kennen, wodurch eine neue Dimension des Nichtverstehens entsteht.“

Canetti als Leser seiner Theaterstücke ist ein Erlebnis: In einem heute kaum mehr zu findenden wienerischen Deutsch der Zwischenkriegszeit versucht er, vom jahrelangen Besuch von Karl Kraus' Fackel-Lesungen geschult, in Tonfall und Stimmlage seine Figuren lesend zu „spielen", zeitweise an einen Stimmenimitator erinnernd.

In der Literaturgesellschaft trat er zwischen 1963 und 1981 zwölfmal auf.
Am 12. März 1981 trug er im Wiener Konzerthaus in einer langen, mehr als zweistündigen Lesung einen Großteil des Stücks vor. Davor gab er in einem kurzen Gespräch mit Reinhard Urbach, mit dem ihn eine lange Freundschaft verband, Auskunft über sein Drama.

***