Christine Moderbacher

Im Jahr 1953 zog Ingeborg Bachmann nach Rom um als Korrespondentin für Radio Bremen zu arbeiten. In ihren poetischen Beobachtungen beschreibt sie die Atmosphäre der Stadt. Später geriet ihre Korrespondententätigkeit in Vergessenheit. „Sie hatte“ – wie Hans Herbert Westermann, der damalige Politikchef von Radio Bremen beschreibt – „eine sehr persönliche, oft sehr subjektive Sicht der italienischen Verhältnisse“. Während meines Aufenthaltes in Paliano habe ich mich mit den Kurztexten „Was ich in Rom sah und hörte“ der österreichischen Autorin auseinandergesetzt und versucht diese mit der Kamera in das heutige Rom, besonders in die multikulturellen Peripherien der Stadt, „übersetzen“. Der Text/Bildband und experimentelle Dokumentarfilm sind im Moment in Produktion.

Auszug aus dem Original und der Übersetzung, zu den Stills passend:

Alla stazione Termini ho visto che a Roma i commiati
sono presi più alla leggera che altrove. Perché quelli
che partono lasciano a quelli che restano lo scontrino
della nostalgia.


Auf dem Bahnhof Termini sah ich
dass in Rom die Abschiede leichter genommen werden als anderswo
weil die die gehen den kommenden eine Gepäckschein voller Sehnsucht hinterlassen.