Mathias Müller

Szene 3

Die Bühne wächst.
Die Bühne mit ihren importierten Landschaften, künstlichen Flüssen und
eingeprobten Jahreszeiten, mit ihren Fassadenstädten, Parlamenten und
Grenzstreitigkeiten. Die Decke ist vom Himmel nicht mehr zu unterscheiden.
Unter- und Oberbühne könnten fast mit Basis und Überbau beschrieben
werden. Die Küsten grenzen an Meere, die an Küsten grenzen, und die Bühne
wächst.

Bühne

Auf einem Haus steht ein Haus, auf dem zweiten Haus steht ein Gerüst, auf dem Gerüst steht ein Tisch, auf dem Tisch steht ein Stuhl, auf dem Stuhl stehen Bücher, auf den Büchern steht ein Globus, auf dem Globus steht eine Lampe, auf der Lampe steht ein Bett, auf dem Bett steht eine Kiste, auf der Kiste liegt ein Brett und auf dem Brett steht der Bühnenarbeiter und bemalt den Himmel.

Szenenbeschreibung

Von unten ruft ihm der Produzent zu. [Produzent unterbricht Szenenbeschreibung]

Dialog

Produzent:              (ruft hinauf) Was machen Sie da?
Bühnenbildner:      (ruft hinunter) Konstellationen.
Produzent:              (ruft hinauf) Brauchen wir Konstellationen?
Bühnenbildner:      (ruft hinunter) Aber ja, wie will die Nacht denn sonst beginnen?
Produzent:              (ruft hinauf) Es muss nur von weiten so aussehen als ob. 
                                 Malen sie doch einfach die Sterne in geordneten Reihen auf.

 

(Hörspiel, gem. mit Sebastian Stix)