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6
Juni 23
Di.
19:00

 

Ralph Tharayil und Ivna Žic

EUROPA.LITERATUR

Ralph Tharayil: »Nimm die Alpen weg« (Voland & Quist)
In seinem Debutroman erzählt Tharayil von einer Kindheit in der Schweiz, »von den Formen und Deformationen der Integrationserfahrung […] und von der Sprache und den Körpern, die sich dieser Erfahrung widersetzen.« (Verlag)

Ivna Žic: »Wahrscheinliche Herkünfte« (Matthes & Seitz)
»In zärtlicher Prosa und mit präzisen Beschreibungen geht Ivna Žic den Spuren ihrer Ahnen nach und eröffnet einen Ort des Wiedererkennens im anderen und des anderen.« (Verlag)
Ivna Žic wird online an der Veranstaltung teilnehmen.

Moderation: Ines Scholz
Mit Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung

Blogbeitrag
5
Juni 23
Mo.
19:00

 

Ivana Sajko

EUROPA.LITERATUR

Ivana Sajko: »Jeder Aufbruch ist ein kleiner Tod« (übers. von Alida Bremer; Voland & Quist)

In ihrer grandiosen Erzählung »über die Unmöglichkeit eines erfüllten Lebens […] und die Hoffnung, diese[s] doch zu erreichen« zeichnet Ivana Sajko das »Porträt eines Schriftstellers, der tief in unserer Epoche verwurzelt ist, einer Zeit, in der Grenzen und Grenzerfahrungen zum Alltag gehören und in der die Liebe als unmöglich und dennoch als letzte Rettung anmutet.« (Verlag)

Moderation: Alida Bremer

Es liest Petra Nagenkögel.

Blogbeitrag
3
Juni 23
Sa.
17:00

 

Radka Denemarková im Gespräch mit Martin Pollack

Vienna meets Prague

»Das Trauma ist die Atemluft Europas«

Die historischen Verwerfungen der europäischen Geschichte, ihre Gewalt und fortwährenden Unge­rechtigkeiten sind ein wichtiges Motiv im Schrei­ben Radka Denemarkovás. Schon ihr Roman »Ein herrlicher Flecken Erde« beschrieb eindringlich die doppelte Verfolgung jüdischer Menschen in Böh­men während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Die bachmannsche Frage, ob die Wahrheit dem Menschen zumutbar sei, bestimmt ihr Werk – bis hin zum jüngsten Roman »Stunden aus Blei«, der die zerstörerischen Wirkungen des totalitären Regimes in China auf das Leben der Einzelnen wie für die ganze Gesellschaft schildert.

Für ein großes Dokumentationsprojekt mit Briefen, Erinnerungen, Tonaufnahmen von fast 1000 Über­lebenden der nationalsozialistischen Verfolgung in Tschechien hat Denemarková einen langen Essay geschrieben, in dem sie darlegt, wieso das Trauma 1945 nicht endete und was es bis heute für die Schicksale der nächsten Generationen bedeu­tet. Im Rahmen des Festivals stellen wir dieses Projekt und den dazu erschienenen zweispra­chigen (tschech./dt.) Band mit Fotos und Zitaten vor. Im Gespräch dazu ist Radka Denemarková mit dem Journalisten und Schriftsteller Martin Pollack, seit langem eine der großen Stimmen der Erinnerungspolitik in Österreich und Verfasser zweier aufsehenerregender Bücher, in denen er die eigene Familiengeschichte während des National­sozialismus beleuchtet.

Im Rahmen des Festivals ›Vienna meets Prague‹, kuratiert von Anna Rendl und Ludger Hagedorn

2
Juni 23
Fr.
19:00

 

Jáchym Topol

Vienna meets Prague

LESUNG: Jáchym Topol: »Ein empfindsamer Mensch«
Anschließend Gespräch mit Misha Glenny (in englischer Sprache)

Was ist aus den großen Hoffnungen von 1989 geworden? Mit seinem Roman »Die Schwester« veröffentlichte Jáchym Topol 1994 eines der großen literarischen Werke zu den Wirren dieser Zeit – vermessen, fantastisch, wild. Schon vor der Revolution war Topol einer der Stars des musikali­schen und literarischen Undergrounds. Mit seinem neuen Roman »Ein empfindsamer Mensch« zieht er Bilanz im Abstand von drei Jahrzehnten. Eine tschechische Künstlerfamilie – aus dem dissiden­tischen Milieu, das der Autor gut kennt – gastiert beim Shakespeare‑Festival in Großbritannien und wird von Brexit‑Anhängern aus dem Land gejagt (LEAVE MEANS LEAVE! NO CZECH VERMIN!). In einer Art Roadmovie werden sie durch Europa getrieben, Richtung Osten. Ein literarischer Mummenschanz mit beißender Kritik an der satu­rierten Gesellschaft unserer Tage.

Im Gespräch mit IWM‑Rektor Misha Glenny, langjähriger Mitteleuropa‑Korrespondent von Guardian/BBC und Kritiker des Brexit, lässt Jáchym Topol die Jahrzehnte Revue passieren und erklärt, inwiefern er der Dissidenz seiner Anfangszeit treu geblieben ist.

Im Rahmen des Festivals ›Vienna meets Prague‹, kuratiert von Anna Rendl und Ludger Hagedorn

31
Mai 23
Mi.
19:00

 

Vom Spielen und Schreiben

Michael Dangl
BUCH UND BÜHNE

Michael Dangl: »Um mich die Welt ein leeres Dorf«

In der Reihe ›Buch und Bühne‹ schreiben und sprechen Schauspieler*innen, die zugleich Autor*innen sind, über eine ebenso naheliegende wie herausfordernde Doppelberufung.

»Von sehr früh an war das Schreiben meine Gegenbewegung zum Spielen. Seit mich eine Bühnenrolle, in der ich einen Schriftsteller spielte, zum Schreiben auf der Bühne und zum ersten Veröffentlichen gebracht hat, haben die beiden Bewegungen ihr Auseinanderstreben aufgegeben, erstaunt innegehalten und einander angenähert. Noch immer kreisen sie weit voneinander. Doch manchmal gibt es Berührungen. In meiner Garderobe, vor der Vorstellung.« (Michael Dangl)

Moderation: Edith-Ulla Gasser

In Kooperation mit dem Kultursender Ö1

Blogbeitrag
30
Mai 23
Di.
19:00

 

Franz Grillparzer und die protestantischen Polen

Vortrag von Ruth Aspöck
LITERATUR.GESCHICHTE

Ruth Aspöck: ›Franz Grillparzer und die protestantischen Polen. Die Schauergeschichte »Das Kloster bei Sendomir« neu gelesen‹

In der 1827 erschienenen Prosaerzählung von Franz Grillparzer gibt es eine Rahmenhandlung, die sich mit dem Kern der Erzählung wunderbar vermengt. Es ist zudem aufs Erste unklar, wie viel Fantasie und wie viel tatsächliche Geschehnisse übereinandergeschichtet werden. Die Autorin versucht in ihrem Essay, den historischen Kern am Ort der Erzählung, der ostpolnischen Stadt Sandomiercz, herauszufinden. Es zeigt sich, dass der Dichter reale Geschehnisse verarbeitet hat, politische Ereignisse (Glaubenskriege) wie auch persönliche Schicksale. Das Kloster, das Schloss, die Grafschaft gab es wirklich – ebenso wie das mörderische Geschehen eines Femizides an der Ehefrau.

Es liest Andrea Pauli.

Eine Veranstaltung der Franz Grillparzer Gesellschaft

25
Mai 23
Do.
19:00

 

Anna Kim

WERK.GÄNGE MIT BRIGITTE SCHWENS-HARRANT

In ihrer Gesprächsreihe lädt Brigitte Schwens-Harrant Autorinnen und Autoren ein, mit ihr durch die eigenen literarischen Werke zu wandern. Sie erzählen über ihr Schreiben und diskutieren poetische und gesellschaftliche Fragen. Gespräch und Lesung wechseln einander dabei ab, Einblicke in die unterschiedlichen Werke werden möglich.

Gast dieses Abends ist Anna Kim. Sie debütierte 2004 mit »Die Bilderspur«. Gesprächsthema werden auch ihre Romane »Die große Heimkehr« (2017) und »Geschichte eines Kindes« (2022) sein­.

Moderation und Gespräch: Brigitte Schwens-Harrant

Blogbeitrag
23
Mai 23
Di.
19:00

 

Bettina Balàka, Marianne Gruber und Marlene Streeruwitz

Schriftstellerinnen übers Älterwerden
NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

Bettina Balàka (Hgin.): »Wechselhafte Jahre. Schriftstellerinnen übers Älterwerden« (Leykam)

Fünfzehn Autorinnen schreiben »realistisch wie humorvoll über das Gute und weniger Gute, über Erwartbares und Unerwartetes, über Neuanfänge und Aufbrüche« in der zweiten Lebenshälfte. (Verlag)

Die Herausgeberin Bettina Balàka stellt das Buch sowie ihren eigenen dafür entstandenen Text vor. Marianne Gruber und Marlene Streeruwitz lesen aus und sprechen zu ihren Beiträgen.

Moderation: Nicole Kiefer

Blogbeitrag
22
Mai 23
Mo.
18:30

 
ANMELDUNG ERFORDERLICH

›Manès-Sperber-Preis‹ 2023

an Dimitré Dinev
PREISVERLEIHUNG

Der „Manès Sperber-Preis“ wird seit 1985 von der Manès Sperber-Gesellschaft (MSG) in Zusammenarbeit mit dem für Kunstagenden zuständigen Bundesministerium vergeben. Die Vergabe erfolgt seit 2009 zweijährig, ausgezeichnet werden hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des gesellschaftspolitischen Romans, der politisch-literarischen Essayistik oder der gesellschaftspolitisch bedeutsamen Kulturphilosophie, die im weitesten Sinn mit Manès Sperber, seinem Werk und seiner Zeit zu tun haben.

2023 wird der ›Manès Sperber-Preis‹ an den aus Bulgarien stammenden, in Wien lebenden Schriftsteller, Theater- und Drehbuchautor Dimitré Dinev vergeben.

Im Zentrum seines Werks steht das Fluchterlebnis und dessen Konsequenzen wie Armut und Fremdsein, der migrantische Hintergrund ist stets präsent,
Lebenserfahrungen im Kommunismus vermengen sich mit jenen als unerwünschter Flüchtling in Österreich.

Verleihung des ›Manès-Sperber-Preises‹ 2023 an Dimitré Dinev:

Laudatio: Jochen Hörisch

Überreichung der Urkunde: Jürgen Meindl (Leiter der Abteilung Kunst und Kultur im Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS))

Gespräch: Dimitré Dinev und Wolfgang Müller-Funk (Präsident der Manès Sperber-Gesellschaft)

Moderation: Barbara Staudinger (Jüdisches Museum Wien)

Musik: Konstantin Wladigeroff (p & cl), Alexander Wladigeroff (trp & flgn), Benjy Fox-Rosen (b & voc)

Im Anschluss Buffet
Um Anmeldung wird gebeten unter Tel.: +43 1 535 04 31-1510 oder E-Mail: events(at)jmw.at
Gemeinsam mit der Manès Sperber-Gesellschaft und dem Jüdischen Museum Wien

 

Blogbeitrag
10
Mai 23
Mi.
19:00

 

Hans Flesch-Brunningen

mit Evelyne Polt-Heinzl und Wolfgang Straub
AUTOR*INNEN.LEXIKON

Hans Flesch-Brunningen: »Perlen und schwarze Tränen« und »Maskerade« (beide Edition Atelier)

Evelyne Polt-Heinzl und Wolfgang Straub präsentieren die von ihnen neu herausgegebenen Neuausgaben der Exilromane des bedeutenden österreichischen Autors Hans Flesch-Brunningen (1895 – 1981) und lesen ausgewählte Stellen aus den Büchern.

Moderation und Gespräch: Manfred Müller

Blogbeitrag