August 18
Sa.
16:30
Studien- und Gedenkraum im ehem. Sanatorium Hoffmann, Hauptstraße 187, 3400 Klosterneuburg/Kierling
»Im Grunde bin ich ja Chinese«
Franz Kafka hatte ein anhaltendes und tiefes Interesse für die chinesische Kultur. Elias Canetti verweist auf eine Art Seelenverwandtschaft Kafkas zur chinesischen Literatur (Der andere Prozess). In der Germanistik spricht man von einem etwa ab 1917 entstehenden „China-Komplex“ in Kafkas Werk, dem bekannte Texte wie „Beim Bau der Chinesischen Mauer“, das darin enthaltene Fragment „Eine kaiserliche Botschaft“ oder „Ein altes Blatt“ angehören. Aber auch biografischen Quellen wird in der Lesung nachgegangen, wie etwa dem im Briefwechsel mit Felice Bauer erwähnten Gedicht "In tiefer Nacht" über den schlaflosen Gelehrten, das Kafka offenbar tief berührte ( geschrieben von Jan-Tsen-Tsai, aus dem 18.Jh.).
Einführende Worte: Alfred Schmidt
Lesung: Charlotte Spitzer
