September 19
So.
10:30
Österreichischen Jüdischen Museum Unterbergstraße 6, 7000 Eisenstadt
» ... etwas zähes Judentum ist noch in mir, nur hilft es meistens auf der Gegenseite.«
Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, im Judentum einen der bestimmenden Bezugspunkte in Franz Kafkas Schreiben – und Leben – zu sehen. Für Walter Benjamin waren die jüdisch-kabbalistische Tradition einerseits, die Erfahrung des entfremdeten modernen Großstadtmenschen andererseits, die beiden weit von einander entfernten Brennpunkte, um die Kafkas Schreiben sich bewegt. Doch war jenes „zähe Judentum“, das er selbst noch in sich spürte, ein vielfach gebrochenes. Denn schon für die Vätergeneration, Angehörige des zu Wohlstand gelangten deutschsprachigen Prager Bürgertums, war die eigene Tradition bereits zu einem äußerlichen Festhalten an sinnentleerten, mitunter bis zu grotesken Komik sich steigernden religiösen Gebräuchen verkommen. – Kafkas persönliches Ringen um ein erneuertes, authentisches Verhältnis zum Judentum äußert sich in vielen biographischen Details, wie etwa seinem wachen Interesse an der zionistischen Bewegung. Viel schwieriger ist es allerdings den Einfluss des Judentums auf Kafkas literarisches Schaffen zu bestimmen, wo das Thema kaum ja explizit auftaucht, und doch in so vielen Texten ungreifbar gegenwärtig zu sein scheint.
Die Lesung versucht sowohl den biographischen als auch den literarischen Zeugnissen von Kafkas vielschichtigem Verhältnis zum Judentum nachzugehen.
Einführende Worte: Alfred Schmidt
Lesung: Charlotte Aigner
September 19
Mi.
19:00
Österreichische Gesellschaft für Literatur, Herrengasse 5, 1010 Wien
NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR
Christoph W. Bauer: »Niemandskinder« (Haymon)
Ein junger Historiker reist nach Paris, auf der Suche nach zwei Frauen: Marianne, Kind einer österreichischen Mutter und eines marokkanischen Vaters, seit Jahrzehnten vermisst, und Samira, mit der er vor über zehn Jahren zusammenmgelebt hat. »Ein Buch über Kindheiten, Liebe und Verlust« (Verlag)
Begrüßung: Sandra Diepenseifen (BMEIA)
Moderation und Gespräch: Manfred Müller
Im Rahmen von »Partizipation in Literatur und Gesellschaft«, dem 11. Wiener Seminar für Mitarbeiter/innen der Österreich-Bibliotheken des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres.
September 19
Mi.
19:00
Österreichische Gesellschaft für Literatur, Herrengasse 5, 1010 Wien
NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR
WOHIN WOHNT TEXT
mit Georg Oberhumer, Judith Nika Pfeifer, Herbert J. Wimmer, .aufzeichnensysteme
Nomadismus greift um sich, ist aber auch ein Thema künstlerischer Lebensrealität(en). Wie die Gesamtsituationen in permanenter Bewegung sich verschieben, immer auch die überdachenden oder auseinanderdriftenden Wände, manchmal wie in Poes »Wassergrube und Pendel« einer quälenden Ungewissheit gleich, unbehaglich und umständlich, scharf geschnitten von Wohnraumpolitik und dabei je nachdem konstruktive oder destruktive Spuren in der literarischen Arbeit und diese in ihrer Umgebung hin-terlässt, hinterließ oder hinterlassen wird, zeigt ebendiese in Form und Inszenierung der Texte der 4 TeilnehmerInnen, die am Ende wohl im Text wohnen, wo sonst?
Idee: .aufzeichnensysteme
Moderation: Ursula Ebel
Gemeinsam mit der Grazer Autorinnen Autorenversammlung
September 19
Do.
19:00
Österreichische Gesellschaft für Literatur, Herrengasse 5, 1010 Wien
»Handbuch der deutschen Literatur Prags und der Böhmischen Länder«
»Handbuch der deutschen Literatur Prags und der Böhmischen Länder« (J.B. Metzler / Hsg. Peter Becher, Steffen Höhne, Jörg Krappmann, Manfred Weinberg)
Das Handbuch verortet zum ersten Mal die Literatur dieser Region im komplexen Wirkungs- und Spannungsfeld von deutscher, jüdischer, tschechischer und österreichischer Literatur und Kultur. Die Herausgeber sprechen über seine Entstehung, Konzeption und neue Entdeckungen.
Im Anschluss liest Jaroslav Rudiš seinen Handbuch-Beitrag über die zeitgenössischen Nachwirkungen der einstigen Mehrsprachigkeit sowie Passagen aus seinem letzten Roman »Winterbergs letzte Reise« (Luchterhand).
Moderation: Manfred Müller
Gemeinsam mit der Österreichischen Franz Kafka Gesellschaft und dem Adalbert Stifter-Verein/München
September 19
Fr.
19:00
Stift Klosterneuburg / Im Kuppelsaal der Stiftsbibliothek, 3400 Klosterneuburg, Stiftplatz 1 – Treffpunkt: Portier
»Brücke dreht sich um...«
Das Kunstprojekt wagt ein Experiment: Was passiert mit unseren Körpern, wenn wir uns auf Kafkas Sprache und Text ganz einlassen? Wie sprechen seine Texte aus uns und wie bewegen sie uns? Inspiriert von der Wertschätzung Kafkas für die Rezitation seiner Texte möchten wir durch die Kombination von freiem Sprechen und damit kommunizierender Bewegung seine Sprache auf besondere, nacherlebbare Weise den Menschen nahe bringen. So kann sich vielleicht für den einzelnen über die universale und im Grunde archaische Ausdrucksform des Tanzes ein neuer Zugang zur Literatur eröffnen. Kafkas Worte verlebendigen sich, wenn sie frei gesprochen im Raum erklingen und bieten einen Impuls, der die Bewegung anstößt. Tänzer und Rezitatorin verarbeiten improvisatorisch die Begegnung mit dem Text, die Literatur wird so zur sinnlich erlebbaren Gestalt aus Körper, Bewegung und Klang.
Žiga Jereb und Charlotte Aigner
Ticket: EUR 8,–/Erw. | Freier Eintritt bis zum vollendeten 27. Lebensjahr
Beschränkte Teilnehmerzahl, bitte um Anmeldung:
T: +43/2243/411-200 oder E-Mail: bibliothek(at)stift-klosterneuburg.at
September 19
Mo.
19:00
Österreichische Gesellschaft für Literatur, Herrengasse 5, 1010 Wien
Michael Stavarič
In ihrer Gesprächsreihe lädt Brigitte Schwens-Harrant Autorinnen und Autoren ein, mit ihr durch die eigenen literarischen Werke zu wandern. Gespräch und Lesung wechseln einander dabei ab, poetologische Entwürfe werden sichtbar, unterschiedliche Texte hörbar.
An diesem Abend unternimmt sie mit Michael Stavarič einen abwechslungsreichen Gang durch einige seiner Werke – ausgehend von »Stillborn« (2006) über den Roman »Brenntage« (2011) bis zu seinem Roman »Gotland« (2017) und dem Kinderbuch »Die Menschenscheuche« (2019).
September 19
Di.
19:00
Österreichische Gesellschaft für Literatur, Herrengasse 5, 1010 Wien
REISEN WIR
Manfred Chobot: »In 116 Tagen um die Welt. Ein Logbuch« (Löcker)
Geschichten von einer, vom Autor und seiner Frau tatsächlich erlebten, viermonatigen Weltreise auf einem Kreuzfahrtschiff, »auf engstem Raum mit einer Menge netter Mitreisender, aber auch mit einem Haufen Minder-Netter, um es nett auszudrücken.« (Verlag)
Alexander Peer (Hrsg.): »Schreibende Nomaden entdecken Europa. Impressionen & Essays« (Limbus)
Acht Autoren und vier Autorinnen schreiben auf unterschiedliche Arten über Reisen im Dienste der Literatur.
Einer davon, Erwin Uhrmann, liest aus seinem Text und spricht mit dem Herausgeber Alexander Peer.
Moderation: Manfred Müller
September 19
Di.
19:00
Österreichische Gesellschaft für Literatur, Herrengasse 5, 1010 Wien
ZEITSCHRIFTEN
PODIUM Nr. 193/194: LUXEMBURG
Das Sonderheft ist der aktuellen Literaturproduktion Luxemburgs gewidmet.
Barbara Neuwirth stellt es gemeinsam mit dem Präsidenten des Verbands der Luxemburger Buchverleger, Ian De Toffoli, und Elisabeth Kleinl vor – die beiden bildeten das luxemburgische Herausgeberteam.
Es lesen Nathalie Ronvaux und Nico Helminger.
Gemeinsam mit dem Verband der Luxemburger Buchverleger und dem Literaturkreis Podium
September 19
Do.
19:00
Österreichische Gesellschaft für Literatur, Herrengasse 5, 1010 Wien
NEUE ÖSTERREICHISCHE LITERATUR
Gustav Ernst, Karin Fleischanderl: »Romane schreiben. Geschichten entwickeln, Figuren zeichnen, Stil finden« (Haymon)
Wie schreibt man einen guten Roman? Gustav Ernst und Karin Fleischanderl, die 2005 gemeinsam die Leondinger Akademie für Literatur gründeten und leiten, sprechen über Methoden, literarisches Schreiben zu lehren, geben anhand konkreter Beispiele Tipps und zeigen Fehler, vom ersten Satz bis zum fulminanten Finale.
Moderation und Gespräch: Ursula Ebel
September 19
Sa.
00:00
Meran, Italien
»So wie das Meer einen winzigen Kieselstein auf seinem Grunde liebt ...«
Ein literarischer Spaziergang zu Milena Jesenská und Franz Kafka in Meran
Mit: Charlotte Aigner und Thomas Aigner
Infoblatt hier
In Kooperation mit dem Daseinsanalytischen Institut für Psychotherapie, Psychosomatik und Grundlagenforschung Österreich
September 19
Mo.
19:00
Österreichische Gesellschaft für Literatur, Herrengasse 5, 1010 Wien
DA CAPO
LITERATUR IM CAFÉ CENTRAL
Bettina Balàka: »Die Tauben von Brünn« (Deuticke-Verlag)
Ein Brieftaubenzüchter, ein Lotteriegewinn und die Geschichte eines großen Betrugs: Bettina Balàka erzählt spannend und atmosphärisch dicht die Geschichte des berühmt-berüchtigten Wieners Johann Karl von Sothen, eingebettet in eine beeindruckende, genau recherchierte Darstellung des Wiener Alltags um die Mitte des 19. Jahrhunderts.
Moderation: Manfred Müller
In Kooperation mit dem Café Central
Ort: Café Central, Arkadenhof, 1010 Wien, Herrengasse 14
